Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...


Johannes Schmitz
Fono Forum, March 2017

View PDF  


Rüdiger Winter
Opera Lounge, September 2016

Im Schaffen von Max Reger bilden die Bearbeitungen von Werken anderer Komponisten einen ansehnlichen Posten. Mal waren es Fingerübungen, mal wurden damit Wünsche von Sängern oder Verlegern erfüllt. Immer folgte er einem tiefen Bedürfnis. Bach ragt innerhalb dieser Werkgruppe nochmals heraus. Sein ganzes Leben lang arbeitete sich Reger an seinem Hausgott ab. Als diene er ihm auf diese Weise. Bei seinen unzähligen Auftritten als Solist hatte er stets Bach vorrätig, richtete sogar die Brandenburgischen Konzerte für zwei Klaviere ein. Und vieles mehr. Umgekehrt war es bei Klavierliedern aus fremder Feder, die er mit Orchesterbegleitung versah. Dabei ließ er sich auch von ganz praktischen Erwägungen leiten. Orchesterkonzerte wurden zu seiner Zeit mitunter von Klavier-Liedgruppen unterbrochen. „Es sei für sein Ohr, „oftmals direkt eine Beleidigung“ nach einer Orchester-Nummer eine „Sängerin hören zu müssen, die da zu der im riesigen Saal immer ‚spindeldürren’ Klavierbegleitung Lieder singt“, schrieb er an den Simrock-Verlag. Nachzulesen in der Max-Reger-Biographie Werk statt Leben, von der weiter unten noch ausführlich die Rede sein wird.

Bei Capriccio ist eine CD solcher Arrangements herausgekommen (C5275), die Lücken schließt. Berücksichtigt sind alle vier Titel von Hugo Wolf, darunter „Und willst du deinen Liebsten sterben sehen“ und „Sterb’ ich, so hüllt in Blumen meine Glieder“ aus dem Italienischen Liederbuch. Von Johannes Brahms gibt es mit Ausnahme der „Vier ernsten Gesängen“ sämtliche sechs bearbeiteten Lieder. „Feldeinsamkeit“, „Sapphische Ode“ oder „Immer leiser wird mein Schlummer“ gehören zu dessen bekanntesten Schöpfungen. „Ich liebe dich“ und „Eros“ von Edvard Grieg sind die einzigen Hinwendungen zu dem Norweger. Ebenfalls mit sechs Titeln—„Erlkönig“, „Prometheus“ und drei „Gesänge des Harfners“ ist Franz Schubert präsent. Von ihm hat Reger insgesamt fünfzehn Lieder orchestriert, die komplett bereits bei cpo und MDG herausgekommen sind.

Mit der Neuerscheinung ist diese Werkgruppe weitestgehend komplett auf Tonträgern zugänglich. In Zusammenarbeit mit Deutschlandradio Kultur, SWR und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, die die Begleitung übernommen hat, wirken gleich drei Solisten mit, die allesamt auch Opernerfahrungen mitbringen: Stefanie Irányi (Sopran), Rainer Trost (Tenor) und Paul Armin Edelmann (Bariton). Das hört man auch—und soll es wohl hören. Nachträglich orchestrierte Lieder—und folgen sie noch so genau und diskret den Vorlagen wie bei Reger—sind eben keine Klavierlieder mehr. Es tritt etwas hinzu, was nicht da war, die Gesangsstimme ist weniger auf sich allein gestellt. Sie wirkt wie eingebettet, geht manchmal gar im Orchesterklang auf. Dadurch stellt sich auch eine gewisse Gefälligkeit ein, die das Letzte ist, was einem bei Reger einfällt und die so nicht in der ursprünglichen Absicht der Schöpfer gelegen haben dürfte. Dennoch ist diese CD, die schon in ihrer äußeren Aufmachung sehr einschmeichelnd wirkt, eine Empfehlung wert, weil sie die zum Teil sehr bekannten Lieder in ein ganz neues Licht stellt und auch zum Rückgriff auf das Original anregt. © 2016 Opera Lounge





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group