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Remy Franck
Pizzicato, September 2012

Michael Korstick ist seit jüngsten Jahren ein Debussy-Interpret. Mit seiner ersten Debussy-Platte, zeigt er, welche Souveränität er dabei erlangt hat, wie tief er in die Musik eingedrungen ist, wie persönlich sein Spiel ist. Jeder, der Debussys Klavierwerk kennt und weiß, wie es von diversen Pianisten gespielt wird, wird genau so erstaunt und gebannt sein wie einer, der die Musik zum erstenmal hört. Als Meister im Farbmischen, im Rhythmischen, im Akzentuieren, im Ergründen von Stimmungen und Spannungen ist diese Debussy-Messe so packend, dass man fast zu atmen vergisst.

In den hier gespielten Stücken und vor allem in den zwölf Préludes des ersten Bandes zeigt uns Korstick Debussy weder als Komponist absoluter Musik noch als Autor von Programmmusik, sondern als vollendeter Impressionist, mit allem was man mit diesem Begriff verbinden kann. Das macht den Reichtum dieser Interpretationen aus, die Inspiration, aber auch das Inspirierende, das, was er in uns und in jedem Hörer wohl persönlichst hervorruft.

Das zweite größere Stück dieser Korstick-CD ist die Ballettmusik ‘Khamma’, die der Komponist für die kanadische Tänzerin Maud Allan schrieb und die zu seinen Lebzeiten nie aufgeführt wurde. Als Konzertstück erklang es erstmals 1924 unter der Leitung von Gabriel Pierné. Korstick spielt den Klavierauszug dieser Tanzpantomime, in der die ägyptische Jungfrau Khamma im Tempel von Amun Ra tanzt, um ihre Stadt vor dem Untergang zu retten. Sie wird vom Blitz erschlagen und ihr Opfer bringt die ersehnte Rettung Thebens. Wie schon vor ihm Jean-Efflam Bavouzet hat auch Michael Korstick diesen nicht zur Aufführung bestimmten Klavierauszug aufgrund von Debussys Annotationen so angepasst, dass das Drama in seiner ganzen Klangfülle zum Ausdruck kommt. Die stupende Virtuosität und die farbenreiche Sonorität sind immens effektvoll.

Ein verheißungsvoller Auftakt für eine Debussy-Integrale, die 2018, zum 100. Todestag des Komponisten fertig gestellt sein soll. © 2012 Pizzicato





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