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Alain Steffen
Pizzicato, November 2012

Es ist höchste Zeit, den ungarischen Pianisten Géza Anda wieder neu zu entdecken. Seine Gesamtaufnahmen sämtlicher Klavierkonzerte von Mozart und Bartok (beide Deutsche Grammophon) gehören zu den markantesten und richtungsweisenden Einspielungen des 20. Jahrhunderts. Sein 9O. Geburtstag im November 2011 hat dazu geführt, dass verschiedenen Rundfunkanstalten noch einmal ihre Archive öffnen und wertvolle Interpretationen des 1976 verstorbenen Pianisten auf CD herausgeben. Anda war ein Vollblutpianist, der es ebenso gut verstand, virtuose Momente mit einer selten zu hörenden Natürlichkeit zu spielen wie auch langsame Sätze mit einer atemberaubenden Innigkeit und Schönheit zu gestalten. Bei Anda gibt es keine Eskapaden, er vertraut immer auf den natürlichen Fluss der Musik und scheint mit Leichtigkeit immer zu deren Kern vorzudringen. In dem Sinne sind die hier vorliegenden Konzerte von Mozart (KV 453 und 488) und Ravel (D-Dur Konzert für die linke Hand) einmalige Hörerlebnisse. Wobei das Ravel-Konzert jedenfalls eine unerwartete Entdeckung ist. Andas Verschmelzung von Stilsicherheit, Improvisation und emotionaler Ehrlichkeit sind überwältigend. Aber auch der Hörer, welcher Andas Gesamteinspielung der Mozart Konzerte kennt und schätzt, wird von diesen frühen Aufnahmen hingerissen sein.

Andas federnder, leichter Stil, seine Kunst, Melodienbögen auf fantasievolle Weise zu einer absoluten Musik zu führen und dabei immer dem Ausdruck treu zu bleiben, machen aus diesen beiden Einspielungen wirkliche Referenzen. Selbst in der heute fast unüberschaubaren Vielfalt verschiedenster Interpretationen stehen diese Aufnahmen durch ihre Schlichtheit, Schönheit und Menschlichkeit wie Felsen in der Brandung und haben auch heute, also rund 50 resp. 60 Jahre nach ihrer Einspielung, nichts von ihrer Aktualität und Sinnlichkeit verloren.

Zwei wunderbare Dirigenten stehen Anda zur Seite. Am meisten überrascht uns Hans Rosbaud, dieser auf die Moderne eingeschworene Interpret, der durch Spielwitz, Charme und eine sehr glückliche Hand für Mozarts Musik begeistert. Seit ich vor ein paar Jahren Ernest Bours Aufnahmen der letzten Mozart-Symphonien für mich entdeckt habe, gehört dieser Dirigent für mich zu den überragendsten Mozart-Interpreten der sechziger Jahre. Wie Rosbaud liefert auch Bour eine atemberaubende Interpretation, die ganz im Einklang mit dem Pianisten steht. Eine CD für die Insel und zum immer wieder Hören. © 2012 Pizzicato





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