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Uwe Krusch
Pizzicato, December 2016

Immer wieder überraschend lebhaft und gut ist die polnische Musikszene. Vier Violinsonaten, drei aus dem Vorjahr sowie eine von 2013 werden von der famosen Geigerin Agata Szymczewska zu einem eindrucksvollen Paket geschnürt. Zu jeder Sonate gesellt sich ein anderer Begleiter. Das liegt nicht daran, dass ihr ein Begleiter nicht ausreichte, sondern es ist in den Sonaten begründet. Während für zwei Werke die klassische Begleitung des Klaviers zum Zuge kommt, sind Akkordeon und Gitarre die Mitspieler der anderen beiden.

Der Stil aller Sonaten ist an auf Moderne und Postmoderne ausgerichtet. Trotzdem entwickelt jede Sonate ihren eigenen Stil.

In Zalewskis Sonate gehen die Sätze bis auf eine Generalpause vor dem Scherzo nahtlos ineinander über. Der Grundton der Sonate ist der der Verzweiflung. Beim Hören ergeben sich Höreindrücke an Prokofievs Sonaten sowie die Musik von Bartok und Schnittke. Die Sonate verhallt, als ob sie eine schmerzhafte Szene hinter sich lässt.

Die zweisätzige Sonate von Markowicz ist die andere mit Begleitung des Pianos. Die beiden Sätze stehen gleichzeitig für zwei Regungen, Nachdenklichkeit und Leidenschaftlichkeit. Trotz aufwallender Momente werden die Strukturen eingehalten.

Komponenten der Minimal Music treten neben die neoklassischen Elemente der Sonate von Majkusiak. Begleiter ist hier das Akkordeon. Der Zusammenklang dieser beiden Instrumente ist überraschend angenehm und eine bereichernde Besetzungsvariante. Das Finale fällt durch seine verwobene Transparenz auf, die in oktatonischen Skalen wie bei Scriabin, Szymanowski und Messiaen endet.

Die Gitarre ist die Begleiterin der Sonate von Nowak. Dieses nicht oft zur Violinbegleitung eingesetzte Instrument, bekannt sind noch die Sonaten von Paganini, macht hier eine gute Figur. Der Satz wird von zwei Wellen durchlaufen, die verschiedene Stimmungen entwickeln, aus denen sowohl traditionelle Volkslieder in der Geige als auch Gitarrenriffs des Jazz ein impressionistisches Bild ergeben.

Auch die Instrumentalisten stammen allesamt aus Polen. Sie beeindrucken mit technisch ausgereiftem und musikalisch tiefgründigem Spiel. An erster Stelle steht natürlich die Geigerin. Ihr Spiel besticht neben makelloser Technik durch nuancierte Farbgebung und die ausgereifte musikalische Gestaltung © 2016 Pizzicato





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