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Michael Wersin
Rondo, March 2016

Kurze, knackige Themenköpfe, dann Fortspinnungs-Abschnitte über Quintfallsequenzen. In den Couplet-Teilen viel Passagenwerk. Die Concerto-Form bei Vivaldi muss man nicht erklären, überraschende Abweichungen liegen im Detail und werden bei ihrem Auftreten jeweils unmittelbar zum Hörerlebnis. Interessanter ist im Fall der vorliegenden Concerto-Sammlung das Solo-Instrument: Ein paar mehr Saiten als die heute gängigen Streichinstrumente hat die Viola d’amore; hinzu kommen nicht zu greifende Resonanzsaiten, die ein längeres Nachklingen der Töne bewirken. Die auf dieser CD gespielte Viola ist in diesem Sinne mit insgesamt zwölf Saiten bespannt. Besonders reizvoll entfaltet sich das Timbre dieses wundervollen barocken Instruments im Zusammenspiel mit den Holzbläsern (Oboen und Fagotte), die ihm im dritten der Concerti gegenübergestellt sind.

Die Solistin dieser CD, Rachel Barton Pine, ist eine 1974 in Chicago geborene Geigerin mit ungewöhnlich weit ausgespanntem Interessenshorizont; das Spiel auf historischen Instrumenten ist nur ein Teilbereich ihres Tuns, ihr Hauptinstrument ist die Violine. Im Gegensatz dazu scheint der Schwerpunkt der Musiker, die das begleitende Ensemble „Ars Antigua“ bilden, beim Spielen historischer Instrumente zu liegen: Als „early music veterans from the Chicago area“ bezeichnen sie sich in der Ensemble-Biografie. Die graue Eminenz im Hintergrund des Projekts ist offenbar der Lautenist Hopkinson Smith, der an der Baseler „Schola“ lehrt. Wie auch immer: Das Endergebnis ist ein recht reizvolles, es erweitert unseren Vivaldi-Erfahrungsbereich um wertvolle Details speziell in puncto Besetzungstechnik und daraus resultierender Klangfarbenkombinationen. © 2016 Rondo





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