Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, April 2016

Nicola de Giosa stammt wie Nicola Piccini aus Bari. Als Donizettis Schüler ist sein Hauptwirkungsort das Teatro Nuovo geworden. Als Verfasser zahlreicher musikalischer Komödien war seiner flotten Opera buffa Don Checco der größte Erfolg beschieden. 1850 uraufgeführt, gab es in Neapel sogleich 96 Aufführungen, heftig akklamiert versteht sich. Und wirklich, wenn man den stimmungsvollen live-Mitschnitt vom Festival in Martina Franca vom Juli 2015 anhört, versteht man, warum. Die Musik ist als gelungene Mischung aus Liebestrank und Barbier von Sevilla mitreissend und mit den typisch (italienischen) Vorzügen ausgestattet, die der Leichtigkeit und Unbeschwertheit des Daseins mit der richtigen Portion Durchtriebenheit huldigen.

In einem Wirtshaus grantelt der Wirt Bartolaccio, weil seine Tochter Fiorina nicht nur keinem Flirt abhold ist, sondern auch noch dem Habenichts-Kellner Carletto den Kopf verdreht hat. Der als Maler Roberto (Rocco Cavalluzzi) verkleidete Graf beobachtet das Geschehen. Letzterer hat nämlich die Angewohnheit, wie einstens Peter der Große incognito durch die Lande zu ziehen und seine Untertanen je nach ihrem Verhalten zu belohnen oder zu bestrafen. Alles scheinen Schulden bei diesem Grafen zu haben. Nicht nur der Wirt, sondern auch Don Checco, der vor dem Gerichtsvollstrecker Succhiello Scorticone (Paolo Cauteruccio) flieht, und im Wirtshaus Zuflucht findet. Der gar nicht so schlaue Bartolaccio glaubt in ihm den Herrn über seine Schulden erkannt zu haben. Die Verwechslungskomödie kann beginnen und nach manchem Hin und Her und vor allem flotter Koloratur und rasanten Ensembleszenen gibt es ein Happy End, wo der tenore leggero Carletto seinen lyrischen Koloratursopran Fiorina in seine Arme schließen darf.

In der technisch gut mitgeschnittenen Aufführung wird gar lustvoll und vorzüglich gesungen: Vor allem das Liebespaar, das in Duetten wie im Liebestrank brillieren darf, wird von dem wunderbar den Eifersüchtigen spielenden Francesco Castoro und der herrlich komödiantischen Carolina Lippo mit Tempo und Temperament verkörpert. Wie es sich für dieses Genre gehört, dürfen sich beide in den höchsten Höhen und Koloraturen anschmachten und austoben. Sie tun das voller hinreißendem Charme und prickelndem Animo. Den ausgebufften Wirt tiriliert und poltert Carmine Monaco voller aufgeblasener Schuftigkeit und „patschertem“ Selbstmitleid . Schließlich ist erauch bereit, seine Tochter gegen Schuldenerlass dem Schwindler Don Checco zu geben. Aber da macht er die Rechnung ohne den Maitre der Intrige.uss darf er—natürlich vom Grafen wie alle anderen von seinen Schulden befreit—die Moral der Geschichte verkünden: Schulden können eine so schlechte Sache nicht sein, wenn sie manchmal zum Glück (i.e. der beiden Liebenden) Ganz köstlich lässt nämlich Domenico Colaianni das Schicksal Vermicelli essend seinen Lauf nehmen. Am Schlführen.

Matteo Beltrami führt das Philharmonic Orchestra von Cluj-Napoca mit Brio und jeder Menge guter Laune hin zum Finale lieto. Das ganze Unterfangen ist ein willkommener Stimmungsaufheller in Zeiten wie diesen. Mehr von solchen Ausgrabungen! © 2016 Der Neue Merker





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group