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Album Reviews



 
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Gerhard Eckels
Opera Lounge, May 2016

Im langen Leben und Wirken von Carl Heinrich Carsten Reinecke, geboren 1824 im damals dänischen Altona, gestorben 1910 in Leipzig, spiegelt sich die Musikgeschichte einer ganzen Epoche wider. Felix Mendelssohn Bartholdy lobte 1843 den 19jährigen Pianisten, der ihm Werke zur Prüfung vorgelegt hatte, mit den Worten: „Sie haben ganz entschiedenes Talent zur Composition.” Reinecke widmete Robert Schumann sein Klaviertrio op. 38, und am 18. Februar 1869 leitete er im Leipziger Gewandhaus die erste vollständige Aufführung des „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms. Der junge Ferruccio Busoni widmete ihm 1885 seine Chopin-Variationen op. 22 „in Verehrung“. In seinen 1900 veröffentlichten „Gedenkblättern“ unter dem Titel „und manche lieben Schatten steigen auf“ erinnert sich Reinecke an Begegnungen mit Liszt, Schumann, Jenny Lind, Wilhelmine Schröder-Devrient, Brahms oder Mendelssohn. Nach Stationen in Bremen, Köln, Barmen und Breslau übernahm er 1860 die Leitung des Leipziger Gewandhausorchesters, das er bis 1895 inne hatte. Reineckes Schaffen ist stark geprägt von seinen Vorbildern  Mendelssohn und Schumann; wegen seiner Laufbahn als gefeierter Pianist überwiegen Klavier und Kammermusik, aber auch Sinfonisches gegenüber Vokalwerken. Nachdem Dynamic bereits früher Kammermusik für Flöte und Klavier herausgebracht hat, sind nun kleinere sinfonische Stücke von Reinecke erschienen, die seine romantische Komponierweise erkennen lassen. Es sind dies das Flötenkonzert op.283, die Ballade  für Flöte und Orchester op.288 und die Streicherserenade g-Moll op.242. Mit guter Technik ist Mario Carbotta der Solist in den 1909 und 1911 entstandenen Flöten-Werken; der Orchesterpart ist ebenso wie die gefällige Streicherserenade (1898) bei dem Philharmonischen Orchester Rzeszów unter seinem Chefdirigenten Vladimir Kirajiev in guten Händen (Dynamic CDS 7741). © 2016 Opera Lounge



Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, March 2016

Der in Altona geborene weitgehend unbekannte deutsche Komponist begann erst im Alter von 84 Jahren (d.h. um 1910) mit dem Schreiben von Musik für Flöte und Orchester. Die unverkennbar unter dem Einfluss von Mendelssohn und Schumann verankerte Romantik des Flötenparts wird ergänzt durch einen spätromantischen Orchestersatz. Diese an sich reizvolle Melange ergibt ansprechend anzuhörende Musik, hübsch arrangiert und auf der vorliegenden CD gut interpretiert, mehr aber auch nicht.

Der zwischen technisch vertrackt und allzu konventionell changierende Solopart wird vom italienischen Flötisten Mario Carbotta virtuos gemeistert, wenngleich der Ton manchmal (zu) unstet und unruhig bleibt, anstatt ruhig fließen zu können. Sowohl bei der Ballade Op. 288 als auch dem Flötenkonzert in D-Dur Op. 283 dirigiert der aus Bulgarien stammende Vladimir Kiradjiev das Rzeszów Philharmonic Orchestra. Eine nicht optimale Aufnahmetechnik hinterlässt hinsichtlich des Orchesterparts einen eher dunklen und schwerfälligen Eindruck. Der zu wenig transparente Ton scheint an den Lautsprechern zu kleben. Das verleidet insbesondere die Freude am Anhören der Serenade für Streicher in G-Moll, Op. 242.

Für Freunde von wenig erforschtem Randrepertoire ist diese Aufnahme sicherlich einen Versuch wert, wenngleich man sich eine liebevollere und klanglich differenzierte Umsetzung wünschen hätte dürfen. © 2016 Der Neue Merker





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