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Album Reviews



 
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Tom Fuchs
Piano News, July 2016

Der Newport-Auftritt vor genau 60 Jahren gilt als Wendepunkt in der langen Karriere von Duke Ellington. Fortan sollte sich der charismatische Bandleader verstärkt längeren, in seinen Augen künstlerisch anspruchsvolleren Kompositionen widmen, mit ihnen wollte er aufgenommen werden ins Pantheon der größten Komponisten seines J ahrhunderts. Dass viele ihn heute in einem Atemzug mit Debussy, Ravel und Strawinsky nennen, verdankt Ellington jedoch weitgehend der Vielzahl musikalischer Miniaturen, die er in der Anfangszeit mit Hilfe seines Orchesters schuf. Der Mailänder Pianist Luigi Palombi erinnert in seiner Tour d’Horizon über Ellingtons Schaffen an jene beiden kreativen Perioden. Den Anfang macht eine ungemein aufgekratzte Version der ersten Ellington-Komposition überhaupt, der “Soda Fountain Rag”. Im Vergleich zu Ellingtons turbulenter Rag-Fassung aus dem Jahr 1928 fällt Palombis “Swampy River” eher unprätentiös aus. Dort, wo Ellingtons Rubati deutliche Akzente setzten, versagt sich der Italiener diesem Stilmittel, auch fallen die Tempi durchweg langsamer aus als bei Ellington. Über allem steht der Wille zur Eleganz. Aber da gibt es auch die Fähigkeit zum Charakterisieren, den spielerischen Umgang mit modalen Tonleitern, wie ihn Bart6k gepflegt hat. Von der einen oder anderen Wendung ist man dann überrascht; doch das Befremdliche währt nie länger als einen Wimpernschlag . Und nirgendwo sonst als in den drei Songs aus der 2. Suite der großartigen “Sacred Concerts” fällt der exzellente Klavierklang so sehr ins Gewicht. Wohl keine erhaltene Ellington-Aufnahme reicht an diese Qualität heran. © 2016 Piano News



Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, April 2016

Die CD des italienischen Pianisten und Komponisten Luigo Palombi vereint die schönsten Stücke für Klavier von Duke Ellington, geschrieben in der Zeitspanne von 1913–1973. Wiewohl Ellington nie eine klassische Klavierausbildung erhielt, sind viele der Miniaturen für Klavier bis hin zur Sacred Concert Suite meisterliche Kompositionen, die nicht nur auf Ragtime, stride oder Blues beruhen, sondern zuweilen auch meditative Elemente enthalten oder impressionistisch Debussy oder Ravel stilisieren. In „The Black and Tan Fantasy“ zitiert Ellington am Ende Chopins Marche Funèbre aus der zweiten Klaviersonate. Ellington ist aber mit seinen Kompositionen, die weit über das bloße Spektrum des Jazz hinausreichen, ein ganz eigenes Fluidum eigen. Die Gabe zu improvisieren, die Erfahrungen aus dem berühmten Cotton Club, die Entwicklung eines „orchestralen Klangs“, den schon seine Lehrer James P. Johnson, Willie Smith und Fats Waller pflegten, lassen seine kunst und seelenvollen Piècen als etwas ganz und gar Genuines erscheinen. Die Titel „Swampy River“, „Black Beauty“ (Hommage an die Tänzerin Florence Mills) sowie„Bird of Paradise“ geben schöne Beispiele dafür ab.

Ellington schrieb aber auch Suiten, wie die „Perfume Suite“, aus der Palombi die „Dancers in love“ eingespielt hat. Die Themen ahmen die verschiedenen Stimmungen einer Frau nach, je nachdem, welches Parfum sie trägt. Ähnlich verfährt Ellington in dem experimentellen Stück „The Clothed Woman“. Mittels des gezielten Einsatzes des rechten Pedals erreichte Ellington einen „verführerischen Sound, ein Pianistentum frei von vorhersehbaren Formeln und Pfaden“, wie das anhand eines „Blues“ aus 1961 und den intimen Konversationsstücken „Reflections in D“ sowie “Melancholia“ erlebbar wird. Die ganze Bandbreite Ellingtons offenbart sich nicht zuletzt am Ausschnitt „The Lake“aus der Ballettmusik „The River“. Für den zwölfteiligen Zyklus zum Thema Wasser ließt sich Ellington auch von Debussys „La Mer“, Händels Wassermusik und Brittens „Sea Interludes“ inspirieren. Das Ergebnis ist wiederum ganz und gar Ellington. Den Abschluss der CD bildet die Sacred Concerts Suite, eine dreiteilige Komposition („The Lord‘s Prayer“, „Meditation“ und „New World A-Comin“), die 1943 in der Carnegie Hall in einer Version für Klavier und Orchester uraufgeführt wurde. In Musik gegossene Ängste und Hoffnungen münden in ein schwärmerisches Finale. Das Opus Summum Ellingtons für Klavier.

Luigi Palombi entlockt in traumwandlerischer Weise die so verschiedenen Stimmungen und „Launen“ der Stücke seinem Instrument. Er findet das richtige Maß an Freiheit und Kreativität in der pianistischen Umsetzung der komplexen Notentexte, um den Zuhörer von Beginn an zu faszinieren und schlussendlich zu verzaubern. Man hat den Eindruck, einem live Konzert beizuwohnen, so lebendig und intensiv lässt Palombi den Hörer an einem vitalen Teil der amerikanischen Musikgeschichte teilhaben, die in ihren Wurzeln doch so sehr Europa verbunden ist. © 2016 Der Neue Merker





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