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ouverture - Das Klassik-Blog, May 2016

Engelsreine Gesänge und teuflische Klänge—Musik ist oftmals auch mit einer Inszenierung verbunden; und schon in den vergangenen Jahr hunderten nutzten Virtuosen gern alle Möglichkeiten, sich multimedial in Szene zu setzen. Mit dieser CD erinnern Luca Fanfoni und Luca Ballerini an drei exzellente Geiger, die nicht nur ihr Instrument, sondern auch diese Kunst offenbar ziemlich gut beherrschten.

Allerdings hat die Legende um die berühmte Teufelstriller-Sonate von Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) der Franzose Jérôme de Lalande ins Leben gesetzt. Er erzählte in seinem Buch Voyage en Italie 1769 erstmals von dem Traum des Musikers, in dem der Teufel wundervolle Musik gespielt haben soll—und Tartini sei nach dem Erwachen leider nicht in der Lage gewesen, mehr als Fragmente davon zu notieren.

Pietro Antonio Locatelli (1695 bis 1764) schrieb ein Capriccio namens Labirinto Armonico, mit dem Hinweis: „Facilis aditus, difficilis exitus.“ Dieses Werk für Solo-Violine ist nicht unbedingt dämonisch, aber anspruchsvoll ist es allemal.

Nicolò Paganini (1782 bis 1840) stand in dem Ruf, der Teufelsgeiger zu sein. Legenden gibt es über ihn ohne Ende; vermutlich wird er jedoch schlicht über einen langen Zeitraum besonders eifrig und besonders kreativ geübt haben, so dass er schließlich das Publikum mit Effekten und Techniken verblüffen konnte, die außer ihm damals keiner beherrschte—„Zauber-geigenkünste“, mit denen er die Leute „verhext“ haben soll. Die Musik dieses Virtuosen hat den größten Anteil auf dieser CD. Luca Fanfoni spielt, begleitet von Luca Ballerini, die „Nel cor più non sento“-Variationen, dazu das Adagio aus dem Violinkonzert Nr. 3 sowie natürlich die Variationen über ein Thema von Franz Süssmayr, die unter dem Titel Le Streghe bekannt wurden. Die Sonata a preghiera erklingt sogar in zwei Versionen. Die Originalversion, hier in Weltersteinspielung, interpretiert Fanfoni auf „Paganinis Violine“; nähere Angaben Fehlanzeige, was ich schade finde—da das Instrument von der Stadt Genua für die Aufnahme zur Verfügung gestellt wurde, darf man annehmen, dass es sich um die Cannone handeln könnte.

Luca Fanfoni erweist sich als ein hervorragender Geiger mit einer sehr guten Technik und ausgeprägtem Sinn für musikalische Strukturen. Ihm zuzuhören, das macht wirklich Freude, zumal er mit seiner Geige von Goffredo Cappa aus dem Jahre 1690 auch ein phantastisches Instrument spielt. Zurücklehnen und genießen! © 2016 ouverture - Das Klassik-Blog





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