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Ulrich Hermann
The New Listener, June 2016

Natürlich blühte auch in Russland die Musik für Gitarre, besonders im 19. Jahrhundert. Und die sogenannte Russische Gitarre hatte nicht wie die „normale“ klassische spanische Gitarre sechs Saiten, sondern sieben, oder sogar noch mehrere Basssaiten wie etwa die Wiener Schrammel-Gitarre.

So spielt auf dieser CD mit Adaptionen ursprünglich für Klavier oder für Orchester geschriebener Musik das Russische Gitarren-Quartett, bestehend aus den Herren Dan Caraway, Alexej Stepanov, Vladimir Sumin und Oleg Timofeyev, zwei Gitarren mit Bass-Saiten und dazu zwei Quart-Gitarren. Und der Musik des „Mächtigen Häufleins“ ist diese CD gewidmet, den fünf prominenten russischen Komponisten, die sich 1862 in Sankt Petersburg zusammenschlossen, um eine neue nationalrussische Musik zu schaffen.

Alle Stücke sind Bearbeitungen, teils von Oleg Timofeyev, teils von Alexej Stepanov, teils auch von Victor Sobolenko, über den sich das Booklet ausschweigt. Alles über die Kompositionen und über das Russische Gitarren-Quartett kann man aber gut informierend nachlesen.

Das Besondere an dieser CD ist nun allerdings vor allem die Art und Weise, wie die vier diese Musik zum Klingen bringen. Dass alle Spieler eben wissen, was eine Melodie ist, und wie man sie auf der Gitarre spielt, dass sie das eben mit Gefühl und enormer Musikalität tun, wobei die Rhythmik überhaupt nicht zu kurz kommt, das ist etwas ganz Besonderes. Und macht das Zuhören zu einem—leider bei vielen Gitarren-CDs so gar nicht eintretenden—Genuss (siehe meine Besprechung des Gitarren-Quartetts „Gala Night“ hier bei The-New-Listener vor einiger Zeit).

Nun denn, diese vier Herren lassen die Stücke des „Mächtigen Häufleins“ so schön und gelassen erklingen—fernab von jeder technischen Selbstdarstellung oder Schnelligkeits-Vergötterung—, dass die Musik erscheint, als wäre sie für die vier Gitarren original komponiert. Das Zusammenspiel ist fabelhaft, der Klang der Instrumente auch, so dass man getrost sagen kann: Was ist schöner als eine Gitarre? Vier Gitarren!

Natürlich haben sich die Musiker über ihr Repertoire Gedanken gemacht und hinreißende Stücke ausgewählt wie zum Beispiel die Tänze von César Cui oder die berühmten Polowetzer Tänze von Alexander Borodin aus der Oper „Fürst Igor“, aber auch alle anderen Bearbeitungen klingen wunderschön und hinterlassen nur einen Wunsch: den nach mehr. © 2016 The New Listener





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