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D. Zweipfennig
Online Merker, November 2015

I Shardana, als Idee in den 30er Jahren geboren, aber erst in Neapel am 21. März 1959 uraufgeführt unter der Regie des Komponisten Porrino, ist eine der faszinierendsten Opern des 20. Jahrhunderts. Die Premiere war mehr als umjubelt, wobei laut Nino Farra die Künstler mindestens 20 Mal die Ovationen des Publikums entgegen nehmen mussten. Die deutsche Musik-Enzyklopädie Musik in Geschichte und Gegenwart berichtet, dass das Werk I Shardana von der Kritik als die wichtigste Oper angesehen wurde, die im Nachkriegs-Italien komponiert wurde. Heute ist das Stück nahezu unbekannt.

Diese außergewöhnliche Oper spielte das Teatro Lirico di Catania am 20. September 2013 in der Inselhauptstadt von Sardinien. Inszeniert hatte Davide Livermore „I Shardana: Das Volk aus dem Land der Nuraghen“ nach dem Werk von Ennio Porrino. Die DVD-Aufnahme wurde am 24. und 27.09.2013 aufgezeichnet.

Das Musikdrama in drei Akten spielt auf Sardinien, zur Zeit der Nuraghen, als die Insel mit den Einfällen verschiedener Eindringlinge zu kämpfen hatte. Im ersten Akt bereiten sich die einheimischen Krieger mit einer heiligen Zeremonie auf die bevorstehenden Aufstände und Kämpfe vor. In Ihrem Lied besingt Nibatta, Ehefrau des Oberhauptes und Mutter zweier Söhne, ihren Schmerz und ihre Angst über das ungewisse Schicksal, das ihre in den Kampf ziehenden Kinder erwartet. Auch wirft sie ihrem Mann Gonnario vor, sich mehr für Kriegsdinge als für den Frieden und die Feldarbeit zu interessieren. Ihr gemeinsamer Sohn Torbeno hat sich in Bèrbera Jonia, die mit dem eindringenden Feind auf die Insel gelangte, verliebt. Im zweiten Akt wird das Paar, nach einer heimlichen Liebesnacht, bei einem erneuten Treffen entdeckt, Torbeno wird des Verrates beschuldigt und im dritten Akt zum Tode verurteilt.

I SHARDANA—Oper in drei Akten von Ennio Porrino (1910–1959)—Libretto von Ennio Porrino—Musikalische Leitung: Anthony Bramall—Regie: Davide Livermore, unterstützt durch die tolle Breitwandkino-Fantasy-Ausstattung seines Teams.

Die einzige überregional bekannte Sängerin ist Paoletta Marrocu als Bèrbera Jonia, die unheilbringende Liebste des Tenors/Torbeno, von Angelo Villari etwas laienhaft gesungen. Als Nuraghenführer und Vater Torbenos schlägt sich Manrico Signorini wacker. Eine nette Stimme lässt der junge Tenor Gabriele Mangione als erzählender Sänger Perdu hören. Die Mutter Torbenos ist mit Alessandra Palomba gut besetzt, und ein kleines, emotionales Ereignis ist die Folklore-Sängerin Elena Ledda mit einem ergreifenden „Wiegenlied“, das hier a capella kurz vor dem Finale an alle Kinder Sardiniens gerichtet ist.—Das Opernhaus von Cagliari hat sich mit dieser grandiosen Produktion einer fast vergessenen Oper sowas wie einen Opern-Oscar verdient, auch wenn keine Sängerstars dabei sind.

Porrinos fantasie und farbenreiche Musik wirkt relativ modern, hat manchmal etwas Filmmusikhaftes und in den großen Chören, besonders im Finale, etwas leicht Oratorienhaftes.

SEHR ZU EMPFEHLEN! © 2015 Der Neue Merker





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