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Ingrid Wanja
Opera Lounge, November 2015

Il principe ignoto ist kein syrischer Flüchtling, die Handlung von Puccinis Turandot existiert auch nicht nur als Traum Calafs vor seiner Hinrichtung, und schon gar nicht werden die beiden Väter von ihren Kindern zum happy end abgestochen. In Genua am im Krieg zerstörten und erst vor gar nicht so langer Zeit im architektonischen Stil der Stadt wieder aufgebauten Teatro Carlo Felice wird das Kunstwerk nicht als Steinbruch für den wahren Schöpfer, den Regisseur, benutzt, sondern als bereits vollendetes Opus angesehen, das es lediglich im doppelten Sinne des Wortes in Szene zu setzen gilt. Regisseur Giuliano Montaldo ( die Originalproduktion stammt von Fausto Cosentino) ließ von Luciano Ricceri eine märchenhafte chinesische Stadt auf die Bühne stellen, für die phantasievollen Kostüme war Elisabetta Montaldo Bocciardo verantwortlich, und abgesehen vom sich in Standardgesten äußernden Tenor erscheint die Personenregie schlüssig.

An der Seite von Turandott Daniela Dessì hatte man eigentlich Fabio Armiliato, schließlich Sohn der Stadt, erwartet, aber es singt Tenor-Veteran Mario Malagnini, wie alle anderen Solisten übrigens mit Miniport ausgestattet, mit recht grellem, scharfem, in der Höhe eng werdendem Tenor, dazu monoton und ohne Nuancen, wenn auch zuverlässig und notengenau. Trotz seiner eingeschränkten stimmlichen Mittel verfehlt auch diesmal „Nessun dorma“ seine elektrisierende Wirkung auf das Publikum nicht. Die beiden Väter sind mit dem hochsonoren Ramaz Chikviladze ein würdiger Timur und Massimo La Guadia ein sehr prägnanter Altoum mit eindringlichem Flehen, vom Rätselspiel abzusehen. Ein zufrieden stellender Mandarin mit kräftigem Bariton ist Fabrizio Beggi, die Tre Maschere machen die oft recht lang erscheinende Szene zu Beginn des zweiten Akts zu einem reinen Vergnügen (Francesco Verna als Ping, Enrico Salsi als Pang und Manuel Pieratelli als Pong).

Als Liù kann man wenig falsch machen, ihrer Sängerin gehören immer die Sympathien des Publikums. Roberta Canzian aber hat sie sich darüber hinaus verdient mit dem reinen Glockenton ihres mädchenhaften Soprans und dem berührenden Spiel. Daniela Dessi ist eine optisch attraktive Turandot und spielt frei von den Klischees, zu denen die Partie verführt, besonders die Erweckung zur Liebe durch den Kuss Kalafs gestaltet sie sehr schön. Der Sopran zeigt mittlerweile ein ausgeprägtes Vibrato, es gibt Turandots mit mehr Eis in der Stimme, aber insgesamt ist die Leistung der Sängerin achtbar. Seine Protagonistenstellung kann der der Chor unter Marco Berrini behaupten, als guter Kapellmeister im besten Sinne des Wortes erweist sich Dirigent Donato Renzetti (Blu-ray dynamic 55764). © 2015 Opera Lounge





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