Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

Rainer Aschemeier
The Listener, February 2013

Mieczysław Weinberg ist ein Komponist, der zurzeit eine regelrechte Renaissance erlebt. Nicht weniger als vier Labels sind derzeit damit beschäftigt, sein umfangreiches und vielschichtiges Werk auf CDs wieder zum Klingen zu bringen: NEOS, chandos, Naxos und Grand Piano. Während sich chandos, NEOS und Naxos allesamt den Sinfonien Weinbergs widmen, ist Grand Piano in einer aufsehenerregenden Aktion dabei, das gesamte Klavierwerk des Komponisten vorzulegen.

Nun erschienen im Februar gleich zwei neue CD-Beiträge, die, wie immer wenn es um die Musik Mieczysław Weinbergs geht, die Augenbrauen nach oben schnellen lassen.

COMPLETE PIANO WORKS VOL. 4

Im vierten Teil ihrer Edition aller Weinberg-Klavierwerke (einen anderen Teil dieser Edition hatte ich hier besprochen) präsentiert uns Allison Brewster Franzetti drei eminent wichtige Werke aus dem Weinberg-Œuvre: die Klaviersonaten Nr. 3, (Op. 31), Nr. 5 (Op. 51) und Nr. 6 (Op. 73), die in den Jahren von 1946 bis 1960 komponiert wurden.

Sie zeigen sehr schön, wie vielschichtig und auch responsiv Weinberg arbeitete. Opus 31 ist ein dicht gesetztes, sehr sinfonisch wirkendes Werk, das beinahe wie eine Vorstudie zu einem Orchesterstück anmutet. Wie bei vielen Stücken Weinbergs aus den 1940er-Jahren ist eine gewisse Nähe zu Dmitri Schostakowitsch nicht zu verleugnen. Und das trifft auch auf die fünfte Sonate (Opus 51) zu, die Weinberg—laut Booklet-Information—offenbar sogar zeimlich gezielt als Reflexion auf Schostakowitschs 24 Präludien und Fugen hin komponiert hat.

Opus 73 aus dem Jahr 1960 zeigt schon eine geänderte, weit eigenständigere Tonsprache. Es ist ja nicht genau bekannt, was letztendlich dazu führte, doch ab den 1960er-Jahren, in denen der Komponist sich auch geradezu schubartig mit der Gattung der Sinfonie auseinandersetzte, trat eine spürbare Veränderung in Weinbergs Kompositionsstil ein: Seine Art Musik zu schreiben wurde hörbar moderner, individueller, zuweilen auch sperriger.

Gleichzeitig entstanden in dieser Zeit seine qualitativ sicherlich besten Werke, zu denen zweifellos auch die sechste Klaviersonate gehört. Sie ist ein zurückgenommenes, zuweilen beinahe minimalistisch anmutendes Stück, das eine herbe Bitterkeit ausstrahlt, aber auch sehr durchhörbar und luzide angelegt ist.

Allison Brewster Franzetti hat sich inzwischen in den Weinberg-Stil „eingespielt“, sodass man ihre Interpretation hier erneut loben kann. Der wieder einmal knochentrockene Aufnahmeklang ist hingegen womöglich nicht jedermanns Geschmack. Mir gefällt er aber recht gut, zumal er Weinbergs durchaus spröder Klavierästhetik durchaus nahe kommt. © The Listener





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group