Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...


Remy Franck
Pizzicato, February 2016

Der vierte und letzte Teil der Gesamtaufnahme der Violinsonaten Ludwig van Beethovens mit Thomas Albertus Irnberger und Michael Korstick, bringt die Sonaten Nr. 6 und 7, op. 30/1 und 30/2 zu Gehör.

Die Interpretationen sind wiederum faszinierend im gemeinsamen kammermusikalischen Agieren der beiden Musiker, in dem die Stimmungsschwankungen wie selten zum Ausdruck kommen. Die Eintrübungen im Adagio der sechsten Sonate sind ebenso aufregend wie die bedrohliche Dramatik im ersten Satz der 7. Sonate. Es ist aber besonders die A-Dur-Sonate, die hier dramatischer und kontrastreicher wirkt als man sie kennt.

Um das noch deutlicher zu machen, schiebt das Duo die vor Frohsinn und Übermut strotzenden kleinen Kompositionen (Rondo, Sechs Deutsche Tänze) zwischen die beiden Sonaten. © 2016 Pizzicato




Julia Spinola
kulturradio vom rbb, January 2016

Der österreichische Geiger Thomas Albertus Irnberger und der deutsche Pianist Michael Korstick haben sich für die Gesamteinspielung der Violinsonaten von Beethoven zusammengetan. Jetzt ist die vierte und letzte CD dieses Projekts mit der 6. und 7. Sonate erschienen.

Vorwitzig

Irnberger und Korstick gelingen fantastisch ausgefeilte und zugleich mitreißende Beethoven-Interpretationen. Sie können geradezu als Beispiel dafür dienen, dass analytisches Verständnis und Strukturklarheit der Lebendigkeit des Ausdrucks nicht im Wege stehen, sondern sie im Gegenteil sogar steigern können. Natürlich wird auch hier Beethoven nicht komplett neu erfunden, das wäre angesichts der vielen guten Einspielungen, die es gibt, eine Übertreibung. Aber die Musik klingt doch erfrischend unroutiniert und lebendig—und zwar gerade durch die Genauigkeit, mit der sich die beiden Künstler an den Notentext halten. Da stimmt jede Phase, da sitzt jeder Akzent, da gibt es feinste dynamische Abstufungen. Und all das bleibt nicht trocken, sondern eine gewisse „Saftigkeit“ des Ausdrucks. Das Scherzo der Violinsonate Nr 7 klingt gestochen klar wie selten und zugleich auch sehr humoristisch, ja vorwitzig. Das Tempo ist ziemlich flott, die markante Rhythmik des Themas wird scharf umrissen, und auch das metrische Gegeneinander der Instrumente hört man deutlicher als sonst. Der ganze Satz klingt übermütig, aufsässig, vorwitzig.

Brillianter Abschluss

Beide Künstler sind musikalische Universalisten, die über den Horizont ihres Instruments hinausdenken und die ihre eigenwilligen, ausgeprägten Vorstellungen haben. Dennoch stellen sie sich in ihrem Zusammenspiel perfekt aufeinander ein, hören aufeinander, atmen miteinander. Beide Künstler haben auch einen intellektuellen Anspruch, graben sich tief in die Urtexte, um nach musikalischen „Wahrheiten“ zu suchen. Michael Korsticks Spitzname während seines Studiums an der Juilliard School war „Dr. Beethoven“—er kennt die Bedeutung jeder Note—und weiß genau, was er damit sagen will. Irnberger schreibt sich seine eigenen Booklet-Texte, er sammelt alte Hammerklaviere, hat sich in sein Haus ein eigenes Tonstudio und einen Konzertsaal eingebaut und er hat Gesangsstunden genommen, um auf der Geige noch besser „singen“ zu lernen. All das fließt jetzt in diese Aufnahme ein. In den extremen Tempi erinnert sie an Korsticks Einspielung der Klaviersonaten von Beethoven: Die schnellen Sätze werden sehr schnell genommen, die langsamen Sätze extrem gedehnt. Da scheint die Zeit fast stillzustehen. Und Irnberger gelingt es wirklich, wunderbar auf seiner Geige zu singen, obwohl er nur sehr wenig Vibrato benutzt. Das ist eine sehr verinnerlichte Empfindsamkeit, die sich so entfalten kann, und die doch wohltuend kitschfrei ist. Im Finalsatz der 7. Sonate kann man wiederum hören, wie fabelhaft in dieser Aufnahme Präzision und Ausdruckskraft zusammengehen. Bei aller Gestaltungskontrolle klingt dieser Schlusssatz angemessen wild und verwegen. Ein brillanter Abschluss dieser insgesamt ausgezeichneten Gesamteinspielung. © 2016 Kulturradio





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group