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Rainer W. Janka
Klassik heute, April 2018

Unter dem Titel „Rejoice!“ hat der Bachchor Salzburg (Leitung: Alois Glaßner) einen Querschnitt durch die moderne geistliche Chormusik mit Orgelbegleitung vorgelegt. Dabei sei zuerst einmal diese Orgelbegleitung hervorgehoben: Sehr dezent, aber durchaus mitprägend und immer sehr einfühlsam registriert spielt Wolfgang Kogert an der großen „Propter-Homines“-Orgel, die benannt ist nach der liechtensteinischen Stiftung Propter Homines, die den Bau der Orgel finanziert hat. Diese Orgel steht im großen Saal der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg, deswegen fand auch die Aufnahme dort statt: vielleicht keine so gute Idee, weil dadurch der so typische Kirchenhall fehlt, der den geistlichen Werken doch gut anstünde.

Aber ansonsten stimmt alles an dieser großen Werkschau: Der Bachchor Salzburg, der in letzter Zeit bekannt und berühmt wurde durch seine Mitwirkung bei den Salzburger Festspielen, hat nicht nur einen perfekt abgemischten homogenen und kompakten, sondern auch einen von innen heraus sehr lebendigen und vibrierend-agilen Klang, der mitatmet und große Binnenspannung hat. Dies verleiht den Chorwerken anspringende Unmittelbarkeit und markante Präsenz. Die vereinzelten Solo-Passagen lassen hören, wie gut der Chor mit hervorragenden Einzelstimmen bestückt ist: Mit sehr klarer Tongebung und natürlichem Timbre sind das Stimmen, die sich gut zu einem Gesamtklang zusammenfügen.

Die Spanne reicht von Charles Stanford (1852–1924) mit seinem For lo, I raise up, das einen Text des Propheten Habakuk vertont, bis zu Arvo Pärt (geboren 1935), dessen The Beatutudes eine großartige Steigerung aufweist und dessen gefordertes Pianissimo die Chorsänger höchst spannend beleben. Herbert Howells (1892–1983) nimmt seinem Magnificat alles Gewaltsam-Revolutionäre—weil, wie er selber schreibt, „das die feminine Association dieses Textes leugnen würde“: eine interessante Art, die Weiblichkeit zu interpretieren… Wie niedersinkendes, von der Sonne farbig angestrahltes Gewölke wirkt O sacrum convivium (das einzig Werk dieser CD in lateinischer Sprache) von Olivier Messiaen (1908–1992), aus dessen Dissonanzen die Chorsänger große Kraft ziehen.

Mit Trompete, Posaune und vor allem Schlagwerk zusätzlich angereichert ist der Psalm 135 von Charles Ives (1874–1954), in dem die „unerbittlich voranschreitende Trommel“ (so beschreibt es der Booklet-Text) den Marsch-Charakter vorgibt.

Textlich etwas bizarr ist die Kantate Rejoice in the Lamb von Benjamin Britten (1913–1976), weil in dem Text von Christopher Smart, einem Dichter des 18. Jahrhunderts, alttestamentarische Personen auftreten, denen jeweils ein charakterisierendes Tier beigegeben ist, dann aber der Dichter überschwenkt auf seinen geliebten Kater Jeoffrey, der ebenso Gott preist wie eine Maus. Das ist von Britten hübsch mit Sopran und Alt-Soli komponiert und von diesen Solisten ebenso klangschön gesungen. © 2018 Klassik heute





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