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Remy Franck
Pizzicato, September 2020

Der 1990 in Bulgarien geborene Pianist Martin Ivanov bringt bei Gramola ein weiteres Album heraus, diesmal mit den ersten 15 von Franz Liszts 19 Ungarischen Rhapsodien.

Ivanov geht es nicht um die Virtuosität—das kann er zwar auch—aber er sorgt vor allem für eine sehr ungarische Färbung der Liszt-Rhapsodien, mit einem selten zu vernehmenden Farben-Reichtum, sehr viel Gespür für die Volksseele, sehr musikantisch.

Nicht nur in der 5. Rhapsodie spielt er verhalten, fast besinnlich und kantabel. Das fulminante pianistische Feuerwerk gibt es wohl auch, aber das Klavier wirkt nie knallig. Ich würde eher, selbst in Forte-Passagen, von einem weichen, samtigen Anschlag sprechen, der mit Spannung, Klangreichtum und phantasievollen Details das in vielen Rhapsodien vorhandene melancholische und sogar schwermütige Element betont.

Martin Ivanov ist also alles andere als ein Tastenlöwe, der Liszts Musik nur so herunterdonnert, er ist ein Musiker, der das Dahinter offen legt und die Faszination Liszts für die Weisen der Wandervölker seiner Heimat hörbar macht. So bekommen Ivanovs Interpretationen der Ungarischen Rhapsodien, die er mit ebenso viel technischer Brillanz wie Sensibilität zur Geltung bringt, etwas Beseeltes.

Es sind, und das soll unterstrichen werden, höchst persönliche Auseinandersetzungen mit Liszts Notentext, die fast einen Improvisations-Charakter haben.

Pianist Martin Ivanov, born in Bulgaria in 1990, is releasing another album on Gramola, this time with the first 15 of Franz Liszt’s 19 Hungarian Rhapsodies. © 2020 Pizzicato





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