Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

 
Keyword Search
 
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

Ludwig Steinbach
Der Opernfreund, September 2018

Am 9.8.2009 ist im Bayreuther Festspielhaus eine Aufführung von Wagners „Tristan und Isolde“ aufgenommen worden, die jetzt beim Label Opus Arte auf CD erschienen ist. Wenn es sich dabei nur um eine mittelmäßige Aufnahme handelt, verdankt sich das in erster Linie den Vertretern der Hauptpartien. Robert Dean Smith ist kein Tristan. Zwar verfügt er über nicht unangenehmes Tenormaterial und „singt“ die Rolle auch noch in dem überaus anstrengenden dritten Aufzug recht elegant. Seinem leichten Tenor mangelt es indes entschieden an der nötigen Körperstütze. Damit bleibt Smith seiner Partie eine wichtige Komponente schuldig. Die Isolde von Irene Theorin hat ihre schönsten Momente in Mittellage und Tiefe. Im oberen Bereich dreht sie den Gesangsapparat häufig zu stark auf, wodurch ihr Sopran oft aus der Fokussierung rutscht. Daraus resultiert manchmal eine sehr schrille Tongebung, die alles andere als ansprechend ist. Jukka Rasilainen singt den Kurwenal ausgesprochen halsig und nicht gerade tiefgründig. Eine hervorragende Leistung erbringt Michelle Breedt, die mit bestens italienisch fokussiertem, volltönendem und intensivem Mezzosopran als Brangäne begeistert. Einen phantastischen, am Liedgesang geschulten Bass, den er sauber und emotional dahinfliessen lässt, bringt Robert Holl für den König Marke mit. Ein solider Melot ist Ralf Lukas. Der wunderbar im Körper singende Arnold Bezuyen stellt für die kleine Rolle des Hirten gleichsam eine Luxusbesetzung dar. Mit untadeligem Bass wertet Martin Snell die ebenfalls nicht gerade umfangreiche Partie des Steuermanns auf. Nur über dünnes Stimmmaterial verfügt der junge Seemann Clemens Biebers. Auf hohem Niveau bewegt sich der von Eberhard Friedrich gut einstudierte Herrenchor der Bayreuther Festspiele.

Eine bemerkenswerte Leistung erbringt Peter Schneider am Pult. Er fasst Wagners Musikdrama nicht kraftvoll-pathetisch auf, sondern lotet es mehr kammermusikalisch, leicht und locker aus, wobei er gemäßigte Tempi anschlägt und dabei auch stets den großen Bogen im Auge behält. Das bestens disponierte Orchester der Bayreuther Festspiele folgt dem Dirigenten mit großer Präzision und setzt seine Intentionen so versiert und klangschön um, dass es eine Freude ist. Schneider und die Musiker loten Wagners Werk sehr gefühlvoll aus. Dazu tragen insbesondere die recht wehmütig intonierenden Holzbläser ihren Teil bei. Dies bedeutet indes nicht, dass bei den anderen Instrumentengruppen Wünsche offen bleiben. Das Gegenteil trifft zu. Selten hat man beim „Tristan“ einen so homogenen Gesamtklang erlebt wie unter Schneider. © 2018 Der Opernfreund





M. Wilks
Das Opernglas (Germany), March 2010

View PDF  


Markus Thiel
merkur-online.de, February 2010

View PDF  




Naxos Records, a member of the Naxos Music Group