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Album Reviews



 
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Manuel Ribeiro
Pizzicato, June 2015

Diese Produktion von ‘Don Carlo’ zeigt die Fassung in 4 Akten. Verdi selber revidierte sein Werk von 5 auf 4 Akte, nachdem er gehört hatte, dass einige Häuser sein Werk drastisch kürzen wollten. ‘Don Carlo’ ist eine faszinierende Geschichte um die Vater-Sohn-Beziehung, kredenzt mit einem Liebesverhältnis und Verrat, vor dem Hintergrund kirchlicher Unterdrückung und Machtgebarens in eroberten Ländern.

Die Kostüme sind luxuriös, das Bühnenbild ist dem Thema angepasst. Die Regie ist jedoch etwas verwirrend: Die erste Szene im ersten Akt, nachdem König Philip II. und Elisabeth geheiratet haben, spielt in einer Abtei, wo Mönche für die Seele des lang verstorbenen Kaisers Karl V. beten, Carlos’ Großvater. Jedoch sieht es so aus, als wäre Karl V. gerade gestorben, und das Begräbnis würde aktuell geplant. Und dies ist nicht die einzige Verwirrung, die die Regie stiftet.

Der epische Charakter der Oper wird auf der Bühne ziemlich lebendig, jedoch scheint mir das Psychoanalytische, das im Spiel und im Gesang zum Ausdruck kommt, Verdis Ansprüchen nicht vollauf gerecht zu sein.

‘Don Carlo’ ist musikalisch ein sehr schwieriges und anstrengendes Werk, und Daniela Barcellona (Eboli) wird hier bis an ihre Grenzen gefordert. Ildar Abdrazakov brilliert als autoritärer Philip II., mit einer prächtigen und gut kontrollierten Stimme. © 2015 Pizzicato



D. Zweipfennig
Online Merker, May 2015

Der Don Carlo ganz in einer historisch stimmigen Ausstattung—Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme von Hugo de Ana—von heutigen Künstlern mit lebendigem Spiel erfüllt. In den opulenten, bis ins Detail genauen historischen Kostümen versinkt der eine oder andere Sänger beinahe (Vargas). Zum 40. Jubiläum der Wiedereröffnung des Teatro Regio Torino 1973 hat de Ana Verdis große Oper in der 4-aktigen italienischen Fassung dieserart auf Turins Bühne gebracht. So war Oper einmal, und in Italien kann der Opernfreund sowas noch genießen, falls er des modernen „Regietheaters“ überdrüssig geworden sein sollte.

In glasklaren BD-Bildern kann man das dann auf dem heimischen Großbildschirm genießen, besonders auch wegen der hochklassigen Sängerschar. Ildar Abdrazakov/Filippo II und Ludovic Tézier/Marquis Posa erweisen sich hier beide als Nonplusultra in ihren jeweiligen Rollen. Balsamischer kann der Posa nicht klingen als in Téziers legatogesegneter Interpretation; imponierend autoritär, gut aussehend (wie auch Tézier) und mit seinem in Superform befindlichen großen Bass überwältigt Abdrazakov einfach. Der Carlo ist seit Langem eine von Ramon Vargas‘ Renommier-Partien. In seinem Kostüm nahezu „ertrinkend“, präsentiert er sich und sein warmes Timbre bestens disponiert. Eine Eboli in guter italienischer Tradition hat man in Daniela Barcellona, in der großen Arie an ihre Höhengrenzen stoßend. Der große warme Sopran der hoch attraktiven Svetlana Kasyan neigt zeitweilig zum Flackern und benötigt offenbar noch ein gutes Quantum „Pflege“, um zu einem Weltklasse-Verdi-Sopran zu werden.—Gianandrea Noseda leitet das Ganze souverän.  © 2015 Der Neue Merker





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