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Album Reviews



 
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Matthias K├Ąther
kulturradio vom rbb, August 2015

Kreisler fünfstimmig—das ist nicht ungefährlich. Natürlich ist es schwierig, Kreislers schön gedrechselte, feinsinnige und bitterböse Verse so vorzutragen, dass die Textverständlichkeit erhalten bleibt.

Dank der hohen Professionalität der Singphoniker versteht man hier eine ganze Menge - zumindest solange unisono gesungen wird. Bei polyphonen Passagen klingt die Diktion naturgemäß verschwommener. Und wird sie auch noch durch Wiener Dialekt noch weiter eingetrübt, geht so Einiges an Witz und Schärfe verloren.

Dennoch ist diese CD eine Bereicherung des Kleinkunst-Repertoires. Georg Kreisler war ein ausgezeichneter Pianist und Komponist, und die Musik seiner Stücke stand bisher selten im Fokus. Es ist erklärtes Ziel der Singphoniker, hier auch einmal auf die Schönheit der musikalischen Seite hinzuweisen.

Musikalisch berückend—aber soll es das sein?
Die Vielfalt seiner Formen ist atemberaubend. Da gibt es schlagerhafte Stücke, Tango- und Walzerrhythmen, klassische Chansons und vieles mehr. Die raffinierten Arrangements der Singphoniker zeigen, wieviel mit ein bisschen Stimmaufteilung aus diesen Songs herauszuholen ist, wie hochmusikalisch diese Stücke gebaut sind, welche zündenden Einfälle da auftauchen, die denen von Friedrich Hollaender oft in nichts nachstehen. Und da ist es vielleicht sogar von Vorteil, wenn wir uns vom Text (und Kreislers so markanter Stimme) wegbewegen und hier mal der Musik folgen. Denn diese Einspielung ist ja nicht als Alternative zu Kreislers Originalaufnahmen gedacht, sondern als elegante Ergänzung.

Wie bei aller gecoverter Musik wird auch hier ein (aus diesem Blickwinkel berechtigtes) Aufstöhnen der Fans erfolgen. Darf man das wirklich? Kreisler ohne Kreisler? Ist der Musikkritiker-Song noch authentisch, wenn die Un-Musikalität des lyrischen Ichs, anders als im Original, höchst musikalisch zelebriert wird?

Doch die Singphoniker sind inzwischen ebenfalls eine Institution mit Fananhang. Und wie man den Commedian harmonists nicht übelnahm, dass sie Brahms und Strauß coverten, fällt es mir schwer, diesem liebevollen Vortrag seinen Charme abzusprechen. Ein Rest Skepsis bleibt dennoch. Denn—ist das nicht doch ein bisschen wie ein Klang gewordenes Oxymoron? Gibt es das und darf es das geben: liebenswürdigen Kreisler? © 2015 Kulturradio



Remy Franck
Pizzicato, July 2015

Bei Oehms Classics ist eine neue CD mit den Singphonikern herausgekommen, mit 16 Liedern des österreichisch-amerikanischen Kabarettisten Georg Kreisler, dessen schwarzen Humor das Vokalsextett in absolut köstlichen Interpretationen zum Ausdruck bringt. Das Ensemble, das sowohl solistisch wie auch zusammen perfekt funktioniert, singt sehr geschmackvoll, ohne mit großer stilistischer Justesse. Die Textverständlichkeit ist groß, wodurch die Texte aus Kreislers spitzer Feder mit größter Klarheit an des Hörers Ohren dringen. © 2015 Pizzicato





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