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ouverture - Das Klassik-Blog, April 2015

Carl Heinrich Grauns Passions- oratorium Der Tod Jesu, uraufgeführt 1755 im Berliner Dom, war ein Auftragswerk von Prinzessin Anna Amalia. Die kunstsinnige Schwester Friedrichs II. von Preußen nutzte dafür ein Libretto von Karl Wilhelm Ramler (1725 bis 1798); der Dichter war seinerzeit eine Berühmtheit und galt als der deutsche Horaz. Zu seinen geistlichen Kantatentexten, die allesamt von etlichen bedeutenden Komponisten vertont wurden, gehören auch noch Die Hirten bey der Krippe zu Bethlehem (1757) und Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu (1760).

Das Passionsoratorium legt weniger Wert auf die Erzählung als vielmehr auf die Reflexion des Passionsgeschehens. Graun kombinierte dazu virtuose Arien mit emotional bewegenden Chören und feierlichen Chorälen. Nicht die strenge Form, sondern Leidenschaft und Ausdruck sollten die Zuhörer bewegen. Der Tod Jesu war ein großer Erfolg; das Oratorium wurde bis weit in das 19. Jahrhundert alljährlich in Berlin aufgeführt. Um 1850 begann das Publikum allerdings zu murren. Die Arien im Stile der opera seria und die empfindsamen Texte wurden als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Und so verschwand dieses Werk des Hofkapellmeisters Friedrichs des Großen schließlich aus dem Repertoire.

Erst jüngst haben einige Ensembles Grauns Oratorium wiederentdeckt—so auch die Münchner Arcis-Vocalisten, gegründet im Jahre 2005 von dem renommierten Gesangspädagogen Professor Thomas Gropper, der das Ensemble noch immer leitet. Dieser Projektchor hat nun Der Tod Jesu gemeinsam mit dem Barockorchester L’arpa festante in einer Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk bei Oehms Classics veröffentlicht. Aus der gut besetzten Solistenriege sticht insbesondere Monika Mauch heraus, die selbst die schwierigsten Passagen mit Leichtigkeit und Eleganz singt. Zu hören sind zudem Georg Poplutz, Tenor, und Andreas Burkhart, Bass. © 2015 ouverture - Das Klassik Blog





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