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Gerhard Hoffmann
Online Merker, March 2015

In der Kürze liegt die Würze—dachten sich wohl die Initiatoren beim neuen Recital des renommierten Counter-Stars Valer Sabadus,  opferten regelrecht 30 Minuten Silberscheiben-Leerlauf und dem Zuhörer den Genuss einiger Arien, dieser herrlichen Stimme. Zwar handelt es sich hier um einen Live-Mitschnitt vom Dezember 2013 aus dem Stefaniensaal Graz, dennoch bezweifle ich eine Konzert in der Länge von 50 Minuten.

Wie denn auch sei—Mozart hatte als Sechzehnjähriger dem damals zehn Jahre älteren,  exzentrischen Kastraten-Star Venanzio Rauzzini einige Preziosen in die Sopran-Kehle komponiert so u.a. auch „Exultate jubilate“. Valer Sabadus eröffnet sein Recital mit zwei Ramiro-Arien aus „La finta  giardiniera“, wobei die melodische Verwandtschaft bei Se l´augellin sen fugge zur bereits erwähnten Solomotette nicht zu überhören ist. Hell, klar, wendig erklingt der Sopran des jungen Sängers dessen Timbre inzwischen nachdunkelte und samtener anmutet, wie ich vor wenigen Tagen beim „Teseo“ wahrnehmen konnte. Atemberaubend bewältigt Sabadus die kurvenreichen Parcours der Koloraturen bei den Cecilio Arien aus „Lucio Silla“ und wurde dem Sentiment dieser Bravourstücke bestens gerecht.

Emotional, in dramatischen Akzentuierungen, im Widerstreit der Gefühle und Selbstzweifel charakterisiert der exzellente Stimmakrobat Sestos Deh, per questo istante solo aus „La clemenza di Tito“. Herbere Töne voller Ausdrucksstärke mischt Sabadus Non ho colpa des Idamante aus „Idomeneo“ bei. Den sinnlichen Schmelz, das ungestüme Werben des verliebten Cherubino versteht Valer Sabadus bei Voi che sapete herrlich nuanciert vorzutragen.

Sehr präsent, äußerst differenziert begleitet Michael Hofstetter mit dem Klangkörper Großes Orchester Graz den Sänger, lässt lebendig, stilkundig, facettenreich, dem Originalklang nahe in farbiger Instrumentation aufspielen. Im solistisch-orchestralen Beitrag glänzten die Grazer mit der prächtig musizierten Ouvertüre zu „Lucio Silla“. © 2015 Der Neue Merker





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