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Album Reviews



 
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Cornelia Schönberg
kulturradio vom rbb, August 2015

Die Bratsche hat längst ihre Stellung im Hintergrund aufgegeben und präsentiert sich selbstbewußt. Die neue, junge Generation der Bratschisten geht also mit den besten Voraussetzungen an den Start. Ihr gehört der Franzose Adrien Boisseau an, 24 Jahre alt. Er hat in Paris studiert und hat sich dann noch Anregungen von den Besten geholt—bei Veronika Hagen in Salzburg, bei Tabea Zimmermann in Berlin und an der Kronbergakademie bei Nobuko Imai. Und Preise hat er natürlich auch gesammelt, unter anderem beim Bashmet-Wettbewerb in Moskau, eine Art Meisterprüfung.

International von sich reden gemacht hat Adrien Boisseau Anfang dieses Jahres, als er das Bratschenpult im renommierten Quatuor Ebène übernahm.

Leicht und elegant
Adrien Boisseaus Bratschenton ist hell, fast silbrig, sein Spiel atmet Leichtigkeit und Eleganz, ist farbenreich, flexibel und dabei natürlich. Auch die Balance zu seinen beiden Mitspielern ist ausgewogen. Nicht zuletzt hat Adrien Boisseau in dem 27 Jahre alten Pianisten Gaspard Dehaene einen Partner auf gleicher Wellenlänge. Gaspard Dehaene gewinnt seinem teils technisch schweren Part die passende Eleganz ab, und so entspinnt sich ein abwechlungsreicher Dialog.

Gelungener Einstand
Die Zusammenstellung der Märchen und Fantasiebilder von Robert Schumann ist gelungen, auch wenn nicht alles Originalkompositionen für die Bratsche sind. Aber das hat bereits Schumann teilweise in das Belieben der Musiker gestellt. Der Komponist äußerte weder Vorliebe noch Abneigung der Bratsche gegenüber, ihm war der poetische Ton wichtig. Nun ist die Bratsche eine wunderbare Erzählerin, was Schumann wusste, nachdem er gute Bratschisten kennengelernt hatte. Seine Märchenbilder op. 113 hat er auch zuerst „Violageschichten“ betitelt. Ganz im Sinne von Schumann vermag Adrien Boisseau sein Instrument je nach poetischer Stimmung passend einzusetzen.

Ein viel versprechender Einstand und wieder einmal ein nachdrückliches Plädoyer für die Bratsche. © 2015 Kulturradio




Remy Franck
Pizzicato, July 2015

Im April 2014 wurde Adrien Boisseau von der renommierten Jury bei den ‘International Classical Music Awards“ (ICMA) in Warschau zum ‘Young Artist of the Year’ gekürt. Seit Januar 2014 ist der 23-jährige Franzose das jüngste Mitglied im renommierten ‘Quatuor Ébène’. Und jetzt, einige Monate später, präsentiert er bei Oehms Classics sein Debüt-Album mit Werken von Robert Schumann.

Von den ersten Klängen an nimmt uns der sensuell-süße, goldreine Klang von Adrien Boisseaus Bratsche gefangen. Schumanns ‘Fantasiestücke’ spielt der junge Musiker sehr nuancierend, mit eher weichem Ton, aber durchaus bewegungsreich, mit perfektem Atem, wobei die Melancholie des späten Schumann sehr deutlich wird. Selbst im leidenschaftlich drängenden letzten Stück, ‘Rasch und mit Feuer’, bleibt der Klang des Streichinstruments von stupender Reinheit.

Der Zyklus der vier ‘Märchenbilder’, eine der wenigen Originalkompositionen für die Besetzung Viola und Klavier, besteht aus vier lyrischen Charakterstücken, und selbst wenn die beiden mittleren durchaus zupackend gespielt werden, fasziniert Boisseau vor allem mit einem bewegenden Mezza Voce-Gesang im langsamen letzten Satz. Wunderbar melancholisch-versonnen sind auch die drei ‘Romanzen’ op. 94.

Die für Trio geschriebenen ‘Märchenerzählungen’ op. 132 bringen eine klangliche Abwechslung. Das 1853 entstandene Werk, drei Jahre vor Schumanns Tod entstanden, ist geprägt von den psychischen Hoch- und Tiefphasen von Schumanns Geisteskrankheit. Die drei Musiker spüren sensibel dem zart-romantischen Geist der Musik nach, deren Farbenpracht ohne jede Schwülstigkeit präsentiert wird.

Schwebend und sehr gesanglich werden danach noch drei Transkriptionen von Schumann-Liedern gespielt.

Generell funktioniert das Zusammenspiel zwischen Adrien Boisseau und Gaspard Dehaene sehr gut. Beide sind wunderbare Kammermusiker, die bereits mehrfach miteinander gearbeitet haben und sich ganz auf die Intimität des stets so aparten Tonfalls von Robert Schumann einlassen, nicht zuletzt, weil Dehaene ein sehr flexibler Partner ist, dem die Feinheit der Schumannschen Kammermusik offenbar sehr vertraut ist. Und weil auch der Toningenieur eine wirklich gute Balance erzielte, verschmelzen der Klang der Bratsche und des Klaviers in optimaler Weise miteinander. © 2015 Pizzicato





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