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ouverture - Das Klassik-Blog, November 2015

Die berühmten Orgelwerke von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) sind eigentlich eine Notlösung: Viele Jahre lang war der Komponist in London mit seinen Opern sehr erfolgreich—doch um 1730 strömte das Publikum nicht mehr herbei, wie gewohnt. Zum einen hatte 1734 ein Konkurrent Händel beinahe alle italienischen Sänger abgeworben. Zum anderen fanden die Leute die neuartigen englischen Singspiele interessanter als die italienische Oper. Händel reagierte darauf, indem er groß besetzte Oratorien auf die Bühne brachte—in englischer Sprache. Und weil er für sein Orgelspiel gefeiert wurde, setzte sich der Komponist an das Instrument und improvisierte, oder aber er integrierte Orgelklänge ins Vorspiel oder in die Zwischenaktmusik.

Und tatsächlich: Diese Idee brachte Händel die erhoffte Resonanz. „Beim Lesen der damaligen Aufführungsberichte könnte man meinen, das Publikum sei vor allem wegen Händels grandioser Orgelkünste in die Vorstellungen gekommen“, schreibt Hansjörg Albrecht im Beiheft zu dieser CD. Der Organist ließ sich von Händels Orgel-Spektakeln inspi- rieren, weitere Werke des Komponisten nach dem Vorbild des Meisters zu bearbeiten. So gesellt er zum Concerto in C-Dur aus Saul noch drei üppige Suiten mit Musik aus dem Oratorium. Das Ensemble muss Händel von der Orgel aus geleitet haben. Das macht Albrecht nicht; er lässt Martin Schmeding spielen. Der frühere Dresdner Kreuzorganist wirkt seit 2004 als Professor für Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik Freiburg. Für diese Aufnahme musiziert er an der Eule-Orgel der Himmelfahrtskirche München-Sendling. Schmeding dirigiert „sein“ Münchner Bach-Orchester.

Er lässt es sich allerdings nicht nehmen, zwei Arrangements von Orchesterwerken Händels selbst zu spielen—die Ankunft der Königin von Saba, ein „Hit“ aus dem Oratorium Solomon, sowie das Konzert in D-Dur aus der Feuerwerksmusik. Dafür wählte er die Schuke-Sauer-Orgel der Marktkirche Halle/Saale. Dort steht auch noch die kleine Orgel, erbaut 1663/64 von Georg Reichel, auf der Händel selbst einst bei Friedrich Wilhelm Zachow seine ersten Orgelstunden absolviert haben soll.

„Mögen diese klangprächtigen Solowerke sowie die neu arrangierten Konzerte für Orgel und Orchester etwas von der unbändigen Spielfreude Händels vermitteln“, so Albrecht im Beiheft: „als Pendant zu Farinellis göttlicher Stimme und den Zuhörern als Grand Musical Entertainment.“ Eines jedenfalls sei hier verraten: Langweilig ist diese CD nicht. © 2015 ouverture - Das Klassik-Blog



Eckhard Weber
Concerti, September 2015

Als seine italienischen Opern in London nicht mehr florierten, verlegte sich Händel bekanntlich auf Oratorien. Die hat er massig besetzt und prunkvoll ausgestaltet, auch indem er Orgelwerke als weiteren Farbreiz einsetzte. Dies brachte Hansjörg Albrecht, Organist und Leiter des Münchener Bach-Orchesters, auf die Idee, Arrangements aus Händels Oratorium Saul für Orgel und Orchester zu erstellen. Schwungvoll und federnd, plastisch und differenziert mit kräftigem Zug wird da musiziert. Das Orchester ist wendig, die Orgel virtuos. Mitunter ergeben sich ungewöhnliche Farbmischungen und Kontraste, etwa spanende Analogien zwischen den Orchestergruppen und den entsprechenden Orgel-Registern. Es passiert aber auch, dass stellenweise effektheischend übers Ziel geschossen wird. Andererseits gibt es dann wieder sehr anrührende intime Stellen. Insgesamt eine erfrischend eigenwillige Beleuchtung von Händels Musik. © 2015 Concerti





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