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Album Reviews



 
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ouverture - Das Klassik-Blog, March 2016

Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) war nie in Dresden—als seine Musik in Venedig aus der Mode kam, reiste er 1740 nach Wien. Vergeblich hoffte er auf Unterstützung durch den Kaiser. In der sächsischen Landeshauptstadt hingegen wäre Vivaldi wahrscheinlich in Ehren empfangen worden. Denn seine Musik wurde dort sehr geschätzt und liebevoll gepflegt.

Zur Zeit Augusts des Starken und seines Sohnes August III. hatten sächsische Musiker beste Verbin- dungen zu ihren Kollegen in Italien. Der Violinvirtuose Johann Georg Pisendel beispielsweise, langjähriger Konzertmeister der Dresdner Hofkapelle, reiste zu Studienzwecken nach Venedig, wo er bei Vivaldi Unterricht nahm, und zudem fleißig Werke führender italienischer Komponisten kopierte. Die Sammlung Pisendels umfasst sagenhafte

1.800 Musikalien; sie wurde im legendären „Schranck No: II“ überliefert und befindet sich heute im Bestand der Sächsischen Lande und Universitätsbibliothek Dresden.

Hansjörg Albrecht, Dirigent, Organist und Cembalist, hat sich von der Dresdner Vivaldi-Tradition zu einer CD-Einspielung inspirieren lassen. An der Silbermann-Orgel der Hofkirche Dresden—es ist die größte Orgel, die Gottfried Silbermann je gebaut hat, und sie ist hörbar italienischen Vorbildern verpflichtet—spielt er Orgelbearbeitungen berühmter Konzerte des Komponisten. Die Arrangements des Konzertes in d-Moll RV 565 aus L’Estro Armonico und des Konzertes in C-Dur RV 208 Il grosso Mogul stammen von keinem geringeren als Johann Sebastian Bach; er hat Vivaldis Werke mit großer Aufmerksamkeit studiert und meisterhaft bearbeitet.

Ebenfalls in Geiste Bachs hat Heinrich E. Grimm Vivaldis berühmteste programmatische Konzerte, Die vier Jahreszeiten, für die Orgel transkribiert. In dieser Version werden erstaunlich viele Details hörbar, die in dem vertrauten Streicherklang weit weniger auffallen. Man lausche nur dem Gesang der Vögel, der fröhlichen Jagd oder dem Brausen des Sturms—dank Orgelwind ziemlich authentisch! © 2016 ouverture - Das Klassik-Blog



Doro Zweipfennig
Online Merker, November 2015

Eine höchst angenehme Überraschung, bin ich doch der Barockmusik sonst gar nicht so sehr zugeneigt. Aber diese CD ist vielleicht eine der schönsten und besten des Münchner Bachchor-Chefs, der sich schon häufig mit Transkriptionen beschäftigt hat, wovon es zahlreiche Aufnahmen gibt. Nicht immer war ich hierbei von den Endergebnissen begeistert. Manches Mal mag die Ursache in der Wahl des jeweiligen Instrumentes gelegen haben und dessen technischen Möglichkeiten, oder die nicht optimale Ausnützung selbiger.

Aber hier stimmt alles. Habe ich früher live mit alten Barockorgeln wenig Erbauliches erlebt, so überrascht hier, welche instrumentengetreuen (den Orchesterstimmen gemäß) und naturnahen Klänge aus dieser historischen Silbermann-Orgel (allerdings mit neuerer Technik aufgemöbelt) herauskommen.

Neben Vivaldis Jahreszeiten, sind auch die von J. S. Bach transkribierten Concerti eine Wonne, und hier natürlich besonders „Il grosso Mogul“, ein Gruß Vivaldis an den indischen Herrscher Abu’l-Fath Jalal du-din Muhammad Akbar (1542–1605)—ein Hauch von Orient, miterlebt auf einer Orgel—toll.

Empfehlenswert! © 2015 Der Neue Merker





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