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Album Reviews



 
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Stephan Mösch
Preis der deutschen Schallplattenkritik (German Record Critics’ Award), November 2015

Die Mezzosopranistin Michaela Schuster, auf den großen Opernbühnen der Welt vor allem als Wagner—und Strauss-Sängerin zu Haus, widmet sich auch dem Lied. Bei ihrer neuen CD handelt es sich um den Livemitschnitt eines Recitals von 2012. Schuster erzählt singend Geschichten, ist dabei direkt und eindeutig in ihren künstlerischen Aussagen und kultiviert in den Mitteln des Ausdrucks. Ihr Programm ist klug ausgewählt, ihre Lesart könnte man als in bestem Sinne „naiv“ bezeichnen: Ohne Verkünstelungen, aber mit Kraft und Einfühlungsvermögen gestaltet sie Lieder von Brahms, Schumann, Reger und Strauss. © 2015 Preis der deutschen Schallplattenkritik (German Record Critics’ Award)



Remy Franck
Pizzicato, August 2015

Die Mezzosopranistin Michaela Schuster hat für Oehms Classics eine CD mit Liedern von Brahms, Schumann, Reger und Strauss unter dem Namen ‘Morgen!’ aufgenommen. Es ist ein romantisches Programm, aufgezeichnet in Südtirol beim Eppaner Liedsommer 2012. Dessen künstlerische Leitung verantwortet eine andere Mezzosopranistin, Brigitte Fassbaender, die im Vorwort zur CD von einer Interpretation der Sonderklasse spricht. Es wäre nicht das erste Mal, dass so eine Bewertung zu relativieren wäre, aber in diesem Fall kann man Fassbaender zustimmen. Die 26 Lieder sind tatsächlich « eine Bereicherung für den Liebhaber deutscher Romantik ». Michaela Schusters kräftige Stimme mag hin und wieder etwas scharf klingen, aber grosso modo ist das ein schön gepflegter Gesang einer klangvollen Stimme, die die Register gut verbindet, zu Nuancen und Farbwechsel fähig ist, so gut artikuliert, dass man den Text versteht, und die Dramatik und Emphase der kleinen Kompositionen effizient steuert. Markus Schlemmer begleitet die Sängerin sehr sicher und mit viel Sensibilität. © 2015 Pizzicato



Udo Badelt
kulturradio vom rbb, July 2015

Was für ein Brautgeschenk: 26 Nummern umfasst der Liederzyklus op. 25, die „Myrthen“ von Robert Schumann, die er Clara zur Hochzeit 1840, in seinem legendären „Liederjahr“, überreichte. Eine der schönsten, euphorischsten Kompositionen ist gleich die erste, „Widmung“, auf ein Gedicht von Friedrich Rückert: „Dass du mich liebst, mach mich mir wert / Dein Blick hat mich vor mir verklärt“. Eine emphatische Liebeserklärung und Höhepunkt einer CD, die die Mezzosopranistin Michaela Schuster jetzt mit Liedern von Brahms, Schumann, Reger und Strauss unter den Namen „Morgen!“ veröffentlicht hat.

Unter der Sonne Südtirols
Entstanden ist diese Aufnahme beim idyllischen Eppaner Liedsommer 2012 im schönen Südtirol, nicht weit von Bozen. 2002 hat Brigitte Fassbaender die künstlerische Leitung dieses zehntätigen Festivals übernommen. Fassbaender ist selbstredend Expertin für Liedgesang, vor allem für das Werk von Richard Strauss, das ihm gewidmete Festival in Garmisch-Partenkirchen leitet sie ebenfalls. Nach Eppan kommen jedes Jahr junge Sängerinnen und Sänger, um sich in Meisterklassen von prominenten Lehrern weiterzubilden und bei einem Abschlusskonzert zu zeigen, was sie drauf haben. Michaela Schuster hat dort ein Gastkonzert gegeben, dessen Mitschnitt jetzt veröffentlicht wurde. Und man möchte Brigitte Fassbaender zustimmen, wenn sie sagt: „Unschwer kann man in dieser Aufnahme die Inspiration durch Ort und Atmosphäre spüren.“ Eine heitere, tröstliche Gelöstheit liegt in Michaela Schusters Gesang, der wirkt, als hätte er die Sonne der Alpensüdseite in sich aufgesogen.

Romantik und mehr
26 Lieder enthält diese CD, und sie sind ganz typisch für die Romantik: Wald, Meeresrauschen, Flüsse – viel Natur, die immer wieder zur Metapher wird für Seelenzustände, für Glück, Ekstase, Melancholie, Trauer. Und auch von den Komponisten überarbeitete Volkslieder sind prominent vertreten, etwa das populäre „Da unten im Tale“, das Brahms überarbeitet hat, die CD eröffnet damit. Daneben steht aber auch völlig Anderes, wie „Verzagen“, ebenfalls von Brahms: In der bewegten Begleitung aus durchgehenden Zweiunddreißigstel findet sich die wild rauschende See wieder, in der sich das rast- und ruhelose Gemüt des Ichs spiegelt. Trost kann dieses Meer nicht mehr spenden.

Glaubhaft!
Michaela Schusters Stimme ist von erfreuliche Direktheit und Kernigkeit und besitzt eine üppige Farbpalette, ihr dramatischer Mezzo schimmert in allen Schattierungen von Rot, ihr Legato gelingt sehr oft (aber nicht immer) betörend glatt. Schuster ist vor allem als Strauss- und Wagnersängerin hervorgetreten. Sie hat in Berlin studiert, als die Udk noch HdK hieß, und an der Berliner Staatsoper unter anderem Brangäne, Sieglinde, Kundry oder Venus gesungen. 2015 wird man sie noch als Knusperhexe (Hänsel und Gretel) in Wien und Waltraute (Götterdämmerung) in München mit Kirill Petrenko hören können. Diese Wagnerprägung fällt sofort auf, vor allem an der Klangpracht in der Höhe. Aber es ist eine Dramatik, die Schuster so klug einsetzt, dass die häufig fragilen Lieder nicht darunter zerbrechen. Sondern dass aus ihnen kleine Charakterstücke werden, Minidramen. Außerdem singt sie mit einer gehörigen Portion Witz und wird nicht betulich und betroffen, wo es nicht sein muss. In „Da unten im Tale“ etwa steckt auch viel Ironie, deswegen singt es Schuster mit 1’48 ziemlich rasch. Der Bariton Martin Hensel etwa braucht auf seiner 2014 erschienenen Aufnahme für das gleiche Lied 3’05.

Mit dem Pianisten Markus Schlemmer verbindet Michaela Schuster eine langjährige fruchtbare Zusammenarbeit. Beide begegneten sich 1994 als Stipendiaten des Deutschen Musikrats und bilden seitdem ein festes Liedduo. Man hört, wie lange sie aufeinander eingespielt sind. Schlemmer begleitet die Sängerin traumwandlerisch sicher, eine feste Basis, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu spielen. Ein gleichberechtigtes, fein austariertes Gespann. Der Name der CD zitiert übrigens Richard Strauss’ Lied 2Morgen!“ von 1894, das dessen kleinen Zyklus Vier Lieder, op. 27 beschließt und ebenfalls ein Brautgeschenk war, an seine künftige Frau Pauline. Es ist, fast buddhistisch reduziert und am Ende nur noch von ganzen Noten begleitet, ein musikalisches Verstummen in vollkommenem Liebesglück, das Michaela Schuster stimmlich sehr glaubhaft interpretiert. © 2015 Kulturradio



Rolf Fath
Opera Lounge, June 2015

Mit solch einer prominenten Fürsprecherin kann nichts mehr schief gehen. Brigitte Fassbaender stellt ihrer Fachkollegin ein vorzügliches Zeugnis aus: “Michaela Schuster, die wunderbare Sängerin, lotet im Verein mit dem einfühlsamen Markus Schlemmer in ihrem Programm die Schönheiten der romantischen Liedliteratur sensibel und begeisternd aus!… eine Interpretation der Sonderklasse”. Der Mitschnitt von Michaela Schusters Liederabendvom Liedsommer 2012 im südtirolischen Weinort Eppan stellt zwar keine “Bereicherung” im Sinne der Repertoire-Auswahl dar, präsentiert uns aber unter dem Titel “Morgen!” eine Opernsängerin, deren Repertoire sich derzeit zwischen Wagner und Knusperhexe einpendelt, mit einem gustösen Liedprogramm. Schuster zeigt sich als aparte, temperamentvolle Liedsängerin und bringt uns Brahms, Schumann, Reger und Strauss, was sich alles für ihren vollen, gut sitzenden Mezzosopran bestens eignet. “Da unten im Tal” von Brahms singt sie mit dem direkten Ausdruck eines Volksliedes, “Der Mond steht über dem Berge” (Ständchen) klingt so, dass man intensiv hinhört, ohne dass sie das Handwerkszeug eines auch im Charakterfach versierten Bühnentiers ausreizt, und das “Wiegenlied” wiegt kleine Kinder sicher nicht in den Schlaf, ist aber berührend, dabei klangvoll und großformatig. Das hat alles einen natürlichen Fluss, sitzt sicher. Schuster lässt die Stimme aufgehen und aufblühen, lässt der Klangpracht freien Lauf und hat die Lagen ihrer Stimme sicher im Griff, etwa in “Morgen!”, wo einmal mehr Schlemmers Klangphantasie angenehm auffällt. Alles textdeutlich, klar und warmherzig gestaltet, großformatig und dennoch subtil, etwa in den Reger-Liedern oder in “Ruhe, meine Seele”, und auf eine ein wenig altmodische Art sehr willkommen. Fassbaender hat nicht übertrieben. © 2015 Opera Lounge





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