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Album Reviews



 
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D. Zweipfennig
Online Merker, June 2016

Die Karriere von Christina Landshamer verläuft derzeit nur in eine Richtung: steil nach oben. Eben vom Debut an der Lyric Opera Chicago (Sophie im Rosenkavalier) und der Carnegie Hall in New York zurückgekehrt, präsentiert die Künstlerin ihre erste CD für OehmsClassics. In Koproduktion mit BR Klassik hat die Künstlerin zusammen mit Gerold Huber am Klavier ein schönes Paket mit bekannten Schumann-Liedern sowie unbekannteren, dafür hochinteressanten Liedern von Viktor Ullmann aufgenommen. © 2016 Der Neue Merker




Remy Franck
Pizzicato, June 2016

Die Sopranistin Christina Landshamer und ihr Klavierbegleiter Gerold Huber warten mit einem klug zusammengestellten Liedprogramm auf, in dem Viktor Ullmanns ‘Drei Sonette aus dem Portugiesischen’ (Rainer-Maria Rilke übersetzte sie) und die ‘Six Sonnets de Louise Labé’ desselben Komponisten das Besondere ausmachen.

Liebe in ihren verschiedenen Formen und Konsequenzen, bis hin zum Tod charakterisieren beide Zyklen, denen Ullmann eine starke Expressivität gab. Christina Landshamer macht davon ausgiebig Gebrauch und setzt ihre Opernstimme voll ein, um ein Höchstmaß an Dramatik zu erzielen. Besonders die leidenschaftlichen, bekenntnishaften Labé-Texte, die sich an einen fernen Geliebten richten, erlangen so eine tiefgründige musikalische Auslegung. Dagegen sind die Schumann-Lieder schon fast zahm, auch wenn die Interpreten sie sehr ausdrucksvoll gestalten. © 2016 Pizzicato



Rolf Fath
Opera Lounge, June 2016

Zwei bemerkenswerte Frauen und große Dichterinnen stehen im Mittelpunkt der Lieder-Zyklen von Viktor Ullmann, welche die an der Musikhochschule ihrer Geburtsstadt München ausgebildete Christina Landshamer für ihre, wenn ich es richtig sehe, erste Soloaufnahme mit Liedern von Robert Schumann kombinierte (Oehms Classics OC 1848): Elizabeth Barrett-Browning, die obwohl kränkelnd seit Jugendzeit und im Haus des Vaters von der Öffentlichkeit fern gehalten, zu einer der wichtigsten Dichterinnen des Viktorianischen Zeitalters wurde, und die rund 300 Jahre ältere in Lyon geborene „schöne Seilerin“ Louise Labé. Beide entstammten wohlhabenden Familien, erhielten eine ausgezeichnete und vielseitige Bildung und zeigten sich in ihrer Liebeslyrik, welche durch Rainer Maria Rilkes Übertragungen in Deutschland bekannt wurde, als emanzipierte, selbstbewusste, geradezu liebeshungrige Frauen. Die Sonette aus dem Portugiesischen erschienen 1850, wenige Jahre nachdem die bis dahin zurückgezogen lebende „alte Jungfer“ Elizabeth Barrett auf den sechs Jahre jüngeren Dichter Robert Browning getroffen und mit ihm nach Floren gezogen war, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. In den vor seiner Deportation nach Theresienstadt 1940 in Prag uraufgeführten Drei Sonette aus dem Portugiesischen op. 29, welche er seinem Mentor Zemlinsky widmete, zeigt sich Ullmann der Wiener Schule und seinem ersten Lehrer Arnold Schönberg verbunden. Landshamer beschreibt den Stil genau, „Immer herrscht eine große Emotionalität, man kann und muss da in die Extreme gehen“. Entsprechend der raffiniert sublimen, bildhaften Dichtung im Stil Petrarcas in Labés Gedichten an den fernen Geliebten, die eine für die Zeit der Renaissance geradezu bestürzende Leidenschaft offenbaren, weshalb Labé von Calvin als ordinäre Hure bezeichnet wurde, zeigen Ullmanns Six Sonnets de Louise Labé op. 34 offenbaren dagegen eine spätimpressionistische Delikatesse. Mit einem lyrischen Sopran von großer Expansion, der in der Aufnahme aus dem Juli 2015 in den Höhen ein wenig herb klingt, ohne ausgesprochen scharf werden, singt Landshamer diese Lieder, denen sie sich im Beiheft eng verbunden zeigt, mit bestechender Klarheit und Emotionalität, vor allem die Labé-Lieder überzeugen durch ihre Mischung aus Sinnlichkeit und Leidenschaft. Die von Gerold Huber verführerisch begleiteten Lieder werden ergänzt durch Goethe—(darunter die auch Lieder und Gesänge aus Wilhelm Meister) und Lenau-Vertonungen von Schumann, von denen mir die atmosphärisch zarten Sechs Gedichte und Requiem op. 90 nach Lenau besonders schön gelungen scheinen. © 2016 Opera Lounge





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