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Album Reviews



 
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ouverture - Das Klassik-Blog, November 2016

„Mozarts Klavierkonzerte sind wie Opernwerke, in denen unterschiedliche Akteure auf der Bühne in Interaktion treten“, meint Sophie-Mayuko Vetter. Die Pianistin hat für diese CD mit dem Klavierkonzert Nr. 27 in B-Dur KV 595 das letzte Klavierkonzert Mozarts ausgewählt. Dazu spielt sie das Konzert Nr. 17 in G-Dur KV 453, das Mozart für seine Schülerin Barbara Ployer geschrieben hat. Die Hamburger Symphoniker unter Peter Ruzicka harmonieren aufs Schönste mit der Solistin, die durch ihr sensibles Spiel begeistert. Dass sie sich gegen ein Hammerklavier und für einen modernen Konzertflügel entschieden hat, vermag den Genuss in diesem Falle nicht zu trüben.

Mindestens ebenso interessant wie die beiden Klavierkonzerte aber sind zwei Werke, die Mozart nie vollendet hat: Im Jahre 1778 begann der Komponist die Arbeit an einem Doppelkonzert in D-Dur für Violine, Klavier und Orchester. Er brachte allerdings nur 120 Takte zu Papier, und davon wiederum nur 74 in vollständiger Instrumentierung. Das Werk bricht nach weniger als vier Minuten ab. Eine ebenfalls unvollendete Sonatensatz-exposition für Klavier und Violine in c-Moll—mit dem winzigen Fragment einer Violinstimme—wurde nach Mozarts Tod von seinem Freund, dem Benediktiner-Abt Maximilian Stadler, zu einer Fantaisie pour Clavecin ou Piano-Forte ergänzt und veröffentlicht. Bei diesen beiden Werken ist Rainer Kussmaul zu hören, ein exzellenter Geiger, der gemeinsam mit Sophie-Mayuko Vetter seit vielen Jahren im Duo musiziert. © 2016 ouverture - Das Klassik-Blog




Alain Steffen
Pizzicato, September 2016

Ich habe es vor kurzem wieder im Konzert erlebt: Man muss Mozart nicht immer nach den strengen historischen Richtlinien und auf historischem Instrumentarium spielen, um der musikalischen Wahrheit gerecht zu werden. So verhält es sich bei dieser CD mit den Klavierkonzerten Nr. 17 und 27. Der talentierten Pianistin Sophie-Mayuko Vetter, die ebenfalls Musikwissenschaftlerin ist und eine sehr enge Beziehung zum Hammerklavier hegt, gelingt das Kunststück, ihre Erfahrungen im Bereich der historischen Aufführungspraxis auf einen Konzertflügel zu übertragen, ohne, dass dieser aber Ersatz dafür werden soll. Vielmehr erweitert die Pianistin das Spektrum der Ausdrucksmöglichkeiten, so dass ihr tief empfundenes Spiel (wundervoll ausmusizierte Mittelsätze!) eine musikalische Ebene erreicht, die wir bei Mozart in dieser Form eigentlich nur bei einer Clara Haskil, einem Geza Anda oder dem jungen Barenboim wiederfinden.

Historische Aufführungspraxis oder klassisch-romantischer Zugang, das alles spielt plötzlich keine Rolle mehr, denn die Musik verselbstständigt sich und bricht durch ihre transzendentale Schönheit aus allen stilistischen Korsetten aus, um freie, ja absolute Musik zu werden.

Peter Ruzicka geht sehr entspannt an den Orchestersatz der beiden Konzerte heran und verhilft gerade durch seine Zurückhaltung dem Gehalt der Musik zu seinem Recht.

Sicher, man kann diesen Interpretationen vorwerfen, ein bisschen überlebt und altmodisch zu sein, doch beim genauen Hinhören wird einem doch sehr schnell klar, dass dieser Mozart ‘alles’ ist und somit sein eigenes Universum kreiert und definiert. In dem Sinne haben wir es mit zwei enorm wertvollen Aufnahmen zu tun, die für mich zu den schönsten Einspielungen dieser Werke gehören, und das obwohl dem Spiel der Hamburger Symphoniker etwas an Innenspannung und Brillanz, was die Musiker aber dann durch eine durchgehend schöne Interpretation weitgehend wieder wettmachen.

Nach dem musikalischen Höhenflug mit diesen beiden Konzerten schenkt uns Sophie-Mayuko Vetter zusammen mit dem Violinisten Rainer Kussmaul das von Robert Levin fertiggestellte Fragment des Konzerts in D-Dur für Violine, Klavier und Orchester KV 315f sowie die von Maximilian Stadler vollendete c-Moll Fantaisie KV 396 (385f). © 2016 Pizzicato




Guy Engels
Pizzicato, August 2016

Ich mag Interpreten, die sich in ihrem musikantischen Elan nicht beirren lassen, die sich vorab schlicht und einfach nur mit der Musik beschäftigen, die ihnen eine Partitur anbietet. Sophie-Mayuko Vetter spielt zunächst die Musik von Mozart. « Ich fühle mich in erster Linie als Interpretin. Musikwissenschaft ist daher für mich persönlich die Konsequenz der Achtsamkeit, Demut und Leidenschaft in meiner täglichen Begegnung mit der Musik und deren Vermittlung, und steht niemals isoliert.“, sagte die Pianistin und Musikologin in einem Interview mit Alain Steffen hier www.auf pizzicato.lu.

Genau so interpretiert Sophie-Mayuko Vetter ihren Mozart: als eine ständig sprudelnde Quelle von Einfällen, die sie verinnerlicht und in ein leichtes, filigranes und natürlich fließendes Klavierspiel umsetzt. Demut und Leidenschaft führt die Pianistin als Grundsätze an, nicht Scheu und Zurückhaltung. Und so erleben wir Mozart in wunderbarer Frische, melodiös, elegant und gänzlich unverstaubt. © 2016 Pizzicato





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