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Album Reviews



 
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Fridemann Leipold
BR-Klassik, June 2017

Beiden widmete Suk dann seine Trauer-Symphonie “Asrael”, benannt nach dem Todesengel der islamischen und jüdischen Mythologie. Mit Strahlkraft und Streicherschmelz geben die Essener Philharmoniker Suks Schmerz beredten Ausdruck—Tomáš Netopil sorgt am Pult für Präzision und Durchhörbarkeit.

Rahmensprengende Komposition

Mit ihren fünf Sätzen sprengt Suks “Asrael”-Symphonie den klassischen Rahmen. Vier davon haben feierlich-elegischen Charakter, im Zentrum steht ein gespenstisch fahles, fratzenhaft grelles Scherzo—nicht nur hier wird eine Nähe zu Gustav Mahlers disparater Ausdruckswelt spürbar. Prägnant reizt Netopil die harmonischen und rhythmischen Schärfen in diesem Totentanz aus.

Zum Dirigenten

Der tschechische Dirigent Tomáš Netopil, Jahrgang 1975, fing als Geiger an, bevor er sich in seiner Heimat und bei Jorma Panula in Stockholm das Rüstzeug fürs Dirigieren holte. Netopil ist ein versierter Opernmann, auch an der Bayerischen Staatsoper in München war er schon zu Gast. Bis 2012 war er Musikchef am Prager Nationaltheater, seit 2013 ist er Generalmusikdirektor der Essener Philharmoniker, die vor allem das Opernhaus dort, das Aalto-Theater, bespielen.

Breite Farbpalette

In seinem instrumentalen Requiem ist Suk—fern aller Folklore—höchst eigentümliche Musik zwischen Spätromantik und Impressionismus gelungen. Netopil entlockt seinen Essener Musikern eine breite Farbpalette, die von ausgedörrten bis zu schwerblütigen Klängen reicht. Nach dem Tod seiner Frau Otylka änderte Suk seine ursprüngliche Konzeption und ließ auf das Scherzo einen bittersüßen Klagegesang folgen. Ein weiteres, düsteres Adagio beschließt Suks “Asrael”-Symphonie, die komponierte Trauerarbeit ist. Sehnsuchtsvolle Momente des Innehaltens wechseln in diesem Finale mit hochgepeitschten Emotionen und wild vorwärtsdrängenden Passagen.

Entschweben in höhere Sphären

Für alle Gefühlslagen findet Tomáš Netopil die passenden Tonfälle, ohne je in Sentimentalität zu verfallen. Am Ende, wenn die c-Moll-Tragik in tröstliches C-Dur umschlägt, lässt er seine Musiker mit zartesten Klangfarben in höhere Sphären entschweben. Und die Essener Philharmoniker folgen ihm auf erstaunlichem Niveau—ein schöner Leistungsbeweis der flächendeckenden deutschen Orchesterkultur. © 2017 BR-Klassik




Remy Franck
Pizzicato, May 2017

Die Symphonie ‘Asrael’ op. 27 aus dem Jahre 1905 ist das längste Werk des tschechischen Komponisten Josef Suk (1874–1935). Nach dem biblischen Todesengel benannt, beruht es auf tragischen Ereignissen im Leben von Josef Suk: der Tod seines Schwiegervaters Antonin Dvorak und kurz darauf seiner Ehefrau Otylka. « Ähnlich wie Mahler taucht Suk in seinem Werk über den Todesengel in die düsteren Abgründe unserer Seele, stellt sich den Ängsten und vermischt geschickt paradiesische Klänge mit unheilvollen Melodien, lange, schwere Motive mit tänzerischen Einlagen », so hat mein Kollege Alain Steffen das Werk beschrieben.

Die fünfsätzige Symphonie liegt bereits in guten Aufnahmen vor, und wenn die Essener Philharmoniker auch nicht die Qualität der zum Vergleich herangezogenen Aufnahmen des ‘Helsinki Philharmonic Orchestra’ unter Vladimir Ashkenazy erreichen, so erweist sich Tomas Netopil doch als ein souveräner Gestalter, dem es gelingt, dem Orchester ein Maximum an Farben und Intensität abzugewinnen. Eine Stunde lang hält er so die Spannung aufrecht und die Aufmerksamkeit des Zuhörers wach, indem er die Musik weder intellektuell verbrämt, noch vordergründig aufmotzt: das gewiss nicht einfache Werk erhält unter seiner Leitung eine unmittelbare, aber keineswegs effekthascherische Dramatik und wird auf diese Weise sehr wirkungsvoll. © 2017 Pizzicato





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