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Album Reviews



 
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Matthias Lange
www.klassik.com, August 2017

Eine bemerkenswerte Veröffentlichung von einigem Interesse für das Repertoire, für die man Dieter Oehms dankbar sein kann. Musikhistorisch lohnend ist es in jedem Fall, dank hochklassiger Interpreten voller ernsthafter Ambition ist es auch ein Hörgenuss. © 2017 www.klassik.com




Astrid Belschner
kulturradio vom rbb, July 2017

“Lieder im Volkston” heißt eine neue CD, die mit einem Solistenquartett in der Begleitung des Pianisten Adrian Baianu herausgegeben worden ist.

Es sollten Volkslieder werden!

Diese Lieder sind auf einen Aufruf der Wochenzeitschrift “Die Woche” hin geschrieben worden. Sie sollten zu Volksliedern werden und deshalb den Schein des Bekannten besitzen, also kleine Tonschritte in der Melodie, eingängig und leicht singbar, strophig komponiert und somit für den Gebrauch in Salon und in der Hausmusik geeignet sein.

Dieser Aufruf ist in zwei Stufen erfolgt. Zum einen wurden Komponisten wie Humperdinck und Pfitzner angesprochen, zum anderen wurde später noch einmal ein Wettbewerb ausgelobt, der auch Kantoren, Musiklehrer, Chorleiter und Hobbymusiker ansprach. Insgesamt sind über 9000 Lieder eingereicht worden—90 davon wurden in 3 Heften veröffentlicht.

Aber eigentlich hat es keines der Lieder wirklich geschafft, ein Volkslied zu werden…!

Schlichte Lieder—natürliche Stimmgebung

Die Musikredaktion des Bayerischen Rundfunks, die sich auf die Suche nach diesen Liedern gemacht hatte, um diese CD produzieren zu können, hat dafür Sängerinnen und Sänger gewonnen, die bereit waren, das natürliche Singen in den Vordergrund zu stellen, nach dem diese schlicht komponierten Weisen verlangen. Das gelingt meistens sehr überzeugend, besonders, wenn die SängerInnen von Text kommen, und die kleinen Geschichten, von denen diese Lieder handeln, wirklich erzählen—und nicht zu sehr auf den Schöngesang setzen.

Durch diese nicht-opernhafte Stimmgebung haben es die SängerInnen zudem verstanden, diese Lieder aufzuwerten.

Unterstützt werden sie von dem Pianisten Adrian Baianu, der einfühlsam und leicht spielt, sich nicht aufdrängt, aber dennoch die nötigen Impulse zu geben vermag.

Es ist also eine wirklich interessante, überzeugende und schöne CD geworden. © 2017 kulturradio vom rbb



Ingobert Waltenberger
Online Merker, June 2017

Die auf dieser ungewöhnlichen Lied-CD (Oehms in Koproduktion mit BR-Classics) präsentierte Auswahl eröffnet ein breites Spektrum des stilistisch durchaus variablen Liedschaffens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Insgesamt 32 lyrisch melodische Schöpfungen fallen auf bekannte Tonsetzer wie Eugen D’Albert, Hans Pfitzner, Max Reger, Engelbert Humperdinck, Max Schillings, Wilhelm Kienzl oder Siegfried Wagner ebenso wie auf unbekanntere Komponisten von Hans Doebber, Hermann Zumpe, Bogumil Zepler, Henning von Koss, Carl Reinecke oder Hans Sommer. Allerdings war Max Reger, der selbstverständlich davon ausgegangen war, dass sein Lied „Waldeinsamkeit“ unter den preisgekrönten sein würde, not amused, als er erfuhr, dass die Jury seinen Beitrag abgelehnt hatte. Als späte Wiedergutmachung ist das Lied jetzt auf dieser CD als Track 1 eingespielt worden.

Entstanden ist dieses hier aufgenommene erste von drei Heften auf wahrlich ungewöhnliche Art und Weise: „Die Woche“ schrieb 1903 einen Kompositionswettbewerb aus. Kurze, schlichte und leicht fassliche Kunstlieder, wie sie etwa in alter Zeit von Franz Schubert geschrieben worden waren, nur jetzt in modernem Stil, für den Gebrauch in Salon und Hausmusik. Von den eingesandten Liedern wurden 30 Lieder ausgewählt und in einem Sonderheft veröffentlicht. Bei der Erstaufführung stellte sich heraus, dass viele dieser Lieder zwar im Volkston gehalten waren, aber aufgrund ihrer Komplexität doch eher Kunstliedern ähnelten. Kurz und gut, der Verlag August Scherl hat im gleichen Jahr noch einen zweiten Wettbewerb initiiert. Diesmal wurden nicht Komponisten direkt kontaktiert, sondern es erfolgte ein öffentlicher Aufruf. Das Ergebnis waren sagenhafte 8.859 vorgelegte Lieder von Organisten, Chorleitern, Musikstudierende bis hin zu Hobbykomponisten.

Was heißt nun im Volkston? „Das Vertraute prägt sich ein, doch nur das Außergewöhnliche lässt aufhorchen. Den schmalen Grat zwischen den beiden Extremen zu treffen, ist möglicherweise ein Rezept für gelungene Lieder im Volkston“, meint Stefanie Steiner-Grage im dokumentarisch gut aufbereiteten Booklet. „Einfachheit, Fasslichkeit, Popularität, edle Simplizität“ waren schon weit zuvor im 19. Jahrhundert gefundene Beschreibungen für einen musikalischen Volkston, die nicht zuletzt dank Brahms auch auf das Kunstlied übertragen und dafür sorgten, dass sich die Grenzen zwischen den beiden Genres immer mehr verwischten.

Jedenfalls ist die musikalische Qualität der auf dem neuen Album vorgestellten, meist sehr kurzen Lieder (das längste Lied von Leo Blech „Schön Rohtraud“ dauert 3.39) überraschend hoch. Pianist Adrian Baianu begleitet die vier Solisten Regula Mühlemann (Sopran), Okka von der Damerau (Mezzo), Wolfgang Schwaiger (Bariton) und Tareq Nazmi (Bass) in den teils durchaus anspruchsvollen Schöpfungen „ungesucht“ und voller Neugier. Eine Fundgrube für alle Freunde des Liedgesangs! Der Anfang ist gemacht. Wir dürfen uns schon jetzt auf die CDs mit Liedern der Hefte zwei und drei freuen. © 2017 Online Merker




Norbert Tischer
Pizzicato, June 2017

Die Berliner Zeitschrift ‘Die Woche’—sie erschien von 1899 bis 1944—schrieb im Jahr 1903 einen Kompositionswettbewerb aus, mit dem Ziel, neue Lieder « im Volkston » zu fördern. Für diesen ersten Wettbewerb wurden bekannte Komponisten vom Verlag angeschrieben und um Einsendung eines passenden Liedes gebeten.

Von den eingesandten Liedern wurden um die 30 ausgewählt und in einem Sonderheft veröffentlicht, welches im Handel erhältlich war. Es folgte ein zweiter öffentlicher Wettbewerb, bei dem fast 9.000 Lieder gesammelt wurden.

Die vorliegende CD enthält Titel aus dem ersten Wettbewerb mit Ausnahme eines vierstimmigen Chores, der durch ‘Waldeinsamkeit’ von Max Reger ersetzt wurde.

Der zweite Wettbewerb war von der Zeitschrift ausgeschrieben worden, weil der erste Kompositionen ergeben hatte, die dem Kunstlied sehr nahe waren.

Den Interpreten der Oehms-CD ist es anzurechnen, dass sie diesen Kunstlied-Charakter in ihren Interpretation nicht verstärkt, sondern eher den Volkston hervorgehoben haben. Die Sänger achten auf Textverständlichkeit, und ihre gute Artikulation ist lobenswert. © 2017 Pizzicato





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