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Album Reviews



 
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Hans-Klaus Jungheinrich
Preis der deutschen Schallplattenkritik (German Record Critics’ Award), August 2015

Arnold Schönbergs frühes symphonisches Poem „Pelleas und Melisande“ ist zugleich ein spätromantisch-klangsinnliches Orchestertableau von höchster Farbintensität und die wohlorganisierte Partitur eines ästhetischen Rationalisten, der mit unendlichen klanglichen Facetten und polyphonen Feinstrukturen souverän umgeht. Mehr als die Wiener Zeitgenossen der vorletzten Jahrhundertwende weist Schönberg in seiner Poetik, hier durch ein kongeniales Sujet beeinflusst, auf die finsteren, ja katastrophischen Tendenzen kommender Jahrzehnte voraus. Markus Stenz, das Gürzenich-Orchester Köln und der Editor stellen ihr umfassendes Schönberg-Verständnis unter Beweis, indem sie die Tondichtung mit dem spröderen, gleichsam abstrakten und dennoch hochvirtuosen Violinkonzert aus der Zwölftonphase kombinieren. Auch diese Dopplung kann als Kommentar zur kompositorischen Dialektik des 20. Jahrhunderts verstanden werden. © 2015 Preis der deutschen Schallplattenkritik (German Record Critics’ Award)




Remy Frank
Pizzicato, July 2015

Das ist doch eine gelungene Abschieds-CD von Markus Stenz mit dem Gürzenich-Orchester! Schönbergs eher selten zu hörende symphonische Dichtung ‘Pelleas und Melisande’ wird hier in einer sehr stimmungsvollen, sehr evokativen und dramatischen Interpretation zu einem wirklichen Meisterwerk. Das Gürzenich-Orchester brilliert an allen Pulten.

Das mehr als 30 Jahre später in Kalifornien entstandene Violinkonzert ist ebenfalls ein Mauerblümchen im Œuvre des Komponisten. Das ‘Arnold Schönberg Cernter’ in Wien erklärt das so: « Die virtuose Gestaltung der Geigenstimme erweist sich innerhalb einer solchen Satzanlage schließlich gänzlich von der thematischen Arbeit aufgesogen, wird durch diese zugleich aber auch eigentümlich verfremdet. Die ‘Strenge mit knirschendem Prunk’ (Rudolf Stephan), die dieses Werk auszeichnet, scheint sich in der motivisch-thematischen Anlage bisweilen gegen das Instrument und seine Spielbarkeit zu richten: Das dichte thematische Geflecht scheut nicht vor extremen klanglichen Härten zurück, die sich mitunter in der Nähe zur puren Geräuschhaftigkeit bewegen. » Dennoch hatte Louis Krasner, der Solist der Uraufführung, enthusiastisch von den Proben an Schönberg berichtet: « In der heutigen Probe war Stokowski sehr befriedigt und hat gesagt, wie stark emotional das Werk ist. Lieber Meister—was Sie mit diesem Konzert den Geigern geboten haben, ist wirklich kaum zu ermessen ». Kolja Blacher bereiten die Schwierigkeiten des Violinparts keinerlei Probleme. Er spielt klar, agil und mit prägnanter Schärfe. Im Andante grazioso wird mit einer geschmackvollen Süße auch viel Emotion erreicht. Das Orchester umgarnt den Solisten feinfühlig und wach, so dass man ohne Zweifel von einer Spitzeneinspielung dieses Werks sprechen kann. © 2015 Pizzicato



Arnt Cobbers
Klassik Newsletter, June 2015

Arnold Schönberg schrieb seine symphonische Dichtung Pelleas und Melisande nach Maeterlinck 1902-03, sein Violinkonzert 1935/36. Sie sind in ganz unterschiedlichen Techniken komponiert, das eine ist hochromantisch, das andere dodekaphon. Und doch zeigt die Zusammenstellung beider Werke idealtypisch, dass Schöneberg nicht einfach die Tradition über Bord werfen—sondern weiterentwickeln wollte. In beiden Werken geht es ihm um den Ausdruck höchster Leidenschaften und tiefster psychologischer Befindlichkeiten. Wo ihm das besser gelang, muss jeder Hörer selbst entscheiden. Kolja Blacher spielt fulminant, das Gürzenich-Orchester macht seine Sache unter Markus Stenz ebenfalls bestens. © 2015 Klassik Newsletter





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