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Norbert Tischer
Pizzicato, May 2016

Hans Werner Henzes 7. Symphonie dreht sich um Leben und Leiden von Friedrich Hölderlin. Sie ist ein ergreifendes Werk und wirkt klassisch in Aufbau. Der Komponist selber sagte: « Die Nr. 7 meiner Orchestermusiken ist diejenige, die dem Modell der klassischen Symphonie am nächsten kommt (…) Der erste Satz ist eine Art deutscher Tanz, eine Allemande sozusagen, der zweite ein Lied. Der dritte, in strenger Scherzo-Anordnung, eine Darstellung der Leiden des deutschen Dichters Friedrich Hölderlin in der Autenriethischen Nervenklinik zu Tübingen. Der Schlussteil besteht aus der Vertonung von Hölderlins « Hälfte des Lebens ». Markus Stenz und das Gürzenich Orchester liefern davon eine ähnlich packende Interpretation wie Marek Janowski mit dem RSO Berlin bei Wergo. Doch während diese CD auch die Achte Symphonie beinhaltet, dirigiert Stenz das opulente Orchesterwerk ‘Die sieben Boleros’, in denen Henze die unterschiedlichsten Themen (vom Jähzorn über Lobgesang, Hochmut, Schmerz bis zu den ‘Großartigen Tanzschritten einer arabischen Königin’) in Form von entfremdeten spanischen Tanzrhythmen behandelt. In der Stenz-Fassung gerät das Stück in einen klanglich transparenten, wirbelnden Schwebezustand. Die beiden kurzen Stücke Ouvertüre zu einem Theater und die Serenade ‘L’heure bleue’ bilden einen entspannenden Epilog für dieses an Klangentwicklung und Emotionen reichen Programms. © 2016 Pizzicato





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