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ouverture - Das Klassik-Blog, January 2015

Ein ausgezeichneter Tenor ist zu erleben bei dieser Aufnahme von Robert Schumanns Dichterliebe. So exzellent gesungen hört man das selten. Und obendrein hat sich Arnold Bezuyen gemeinsam mit seinem Klavierpartner Jura Margulis dazu entschieden, auch die vier vor Drucklegung ausgesonderten Lieder Dein Angesicht so lieb und schön und Lehn’ deine Wang’ an meine Wang’—ursprünglich die Nummern 5 und 6—sowie Es leuchtet meine Liebe und Mein Wagen rollet langsam—vorgesehen als die Nummern 15 und 16—mit einzuschließen. Betrachtet man die Editionsgeschichte, so erscheint dies als eine kluge Wahl. Denn hatte nicht Bote & Bock 1840 die Veröffent- lichung des Zyklus abgelehnt, weil er zu umfangreich sei? Die schiere Menge könnte auch die Ursache dafür gewesen sein, dass schließlich 1844 bei Peters nur 16 der 20 Lieder erschienen sind.

Ergänzt wird die Dichterliebe auf dieser CD durch die Sieben Frühen Lieder von Alban Berg. Sie werden zumeist von einer Frauenstimme gesungen—was aber mit Blick auf ihren Text eigentlich nicht so recht nachvollziehbar ist. Bezuyen singt diese Stücke, die man aufgrund ihrer imposanten Melodik und ihrer engen Beziehung zwischen Klang und Poesie fast dem Jugendstil zuzuweisen geneigt ist, mit beinahe instrumentalen Linien.

Der Sänger beeindruckt mit einer großen Stimme, die er aber sanft und sehr geschmeidig zu führen weiß, in der Höhe leicht, strahlend und scheinbar völlig ohne Anstrengung. Es ist kein Wunder, dass der niederländische Tenor an den Opernhäusern von Mailand bis New York und von London bis Bayreuth singt—als Loge ist er bestimmt phantastisch. Arnold Bezuyen erweist sich aber auch ein großartiger Liedersänger, wobei er mehr durch Noblesse beeindruckt und als durch Dramatik. Jura Margulis ist ihm ein formidabler Liedbegleiter; allerdings reicht er an das sprechende Klavierspiel eines Hubert Giesen oder eines Gerald Moore noch nicht heran. © 2015 ouverture - Das Klassik-Blog





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