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Remy Franck
Pizzicato, June 2013

Eine nach heutigen Mustern eher untypische CD hat Alexander Schimpf für Oehms Classics aufgenommen. Der bei mehreren Wettbewerben ausgezeichnete Pianist ist dennoch kein ‘glatter’ Techniker, sonder ein Pianist, der Persönlichkeit zeigt. So finde ich z.B. seine Färbungen in Ravels ‘Tombeau de Couperin’ sehr interessant, seine rhythmische  Flexibilität auch und überhaupt die ganze Haltung, die die Musik nicht in Anbetung erstarren lässt. Ravels ‘Grab’ für den von ihm verehrten Couperin ist keine Totemmusik und doch ist sie dem Tod so nahe, denn jedes Stück ist einem gefallenen Soldaten gewidmet, mit dem zusammen Ravel in der ‘Grande Guerre’ gedient hatte. Eine doppelte Hommage also, und direkt aus dem Leben geschnitten. Alexander Schimpf  bringt das in prägnanter Klarheit zum Ausdruck.

Alexander Scriabins ‘Cinq Préludes’ op. 74, sein letztes Werk überhaupt, zeichnen sich durch wechselnde Stimmungen und rhythmische Vielfalt aus, und wer das technisch beherrscht, hat immer noch keinen Scriabin in den Fingern. Alexander Schimpf seinerseits bringt mehr als Technik, weil er das Schmerzlich-zerrissene ebenso zum Ausdruck bringt wie das Kontemplativ-versunkene, die bohrende Dramatik genau wie das Unentschlossene, das ‘Nirgendwo hin Zielende’ und schließlich das Kämpferische. Genuiner Scriabin mit einem faszinierenden Farbenrausch!

In Schuberts Sonate D.960 nimmt uns Alexander Schimpf auf eine sehr reflektive Reise mit, die aber auch kontrastreich und dramatisch ist. Nichts rein Vergeistigtes also, sondern ein Stück Leben, spontan dargeboten, mit manchmal überraschenden Akzenten und genau so packenden Vertiefungen. Nichts Recherchiertes, nichts Verkorktes hemmt diesen musikalischen Diskurs, in dem Grollen und Lieblichkeit so nahe beieinander liegen. Dass bei soviel Unmittelbarkeit die eine oder andere Phrasierung nicht ganz so sauber ist, wie sie es sein könnte, was soll’s. Mir ist dieses persönlich geprägte Spiel hundertmal lieber als ein technisches Glanzstück ohne Makel und ohne wirklichen Charakter.

Die Aufnahme ist klanglich präsent und angenehm räumlich. Alles in allem ist dies also eine empfehlenswerte CD für einen bereichernden und erlebnisreichen Klavierabend an der heimischen CD-Anlage. © Pizzicato





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