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Album Reviews



 
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Peter P. Pachl
neue musikzeitung, January 2019

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Benjamin K├╝nzel
www.klassik.com, March 2018

Der Grazer Mitschnitt von Dallapiccolas ‘Il prigioniero’ dokumentiert hervorragendes Musiktheater abseits der großen Star-Metropolen. © 2018 www.klassik.com




Fono Forum, March 2018

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Eckhard Weber
Concerti, January 2018

Die Schweizerin Nora Schmid, seit 2015 Intendantin der Oper Graz, bringt frischen Wind in die österreichische Szene. Etwa mit spannenden Raritäten wie dem Einakter „Il prigioniero“ (Der Gefangene) von Luigi Dallapiccola. Die Produktion aus Graz liegt jetzt als Mitschnitt vor, unter der Leitung des mittlerweile in Bonn wirkenden Dirk Kaftan. Dallapiccola, der „Alban Berg Italiens“, hat als Komponist seine Stimme gegen Ungerechtigkeit erhoben: Il prigioniero schildert das Schicksal eines Kerkerinsassen in einem Unrechtssystem und entlarvt Perfidie und Zynismus der Unterdrücker. Den Solisten der Grazer Oper, allen voran Markus Butter in der Titelpartie, gelingt eine eindrückliche Gestaltung, expressiv, sensibel, dramatisch, berührend. Das Grazer Philharmonische Orchester erweist sich als überaus präsent und wendig mit farbgesättigten Einsätzen und plastischen Gesten, vom fragilen Flirren bis zur Entfesselung brutaler Ausbrüche. Beeindruckende Gesamtleistung aller Kräfte. © 2018 Concerti



Rolf Fath
Opera Lounge, December 2017

„La libertà?“ flüstert der Gefangene am Ende von Luigi Dallapiccolas Oper Il Prigioniero. Nein. Hoffnung gibt es für ihn keine mehr. Der Lichtstreif, dem er folgte und der ihm die Freiheit verhieß, erweist sich als trügerisch. Er läuft geradewegs dem Großinquisitor, in dem er seinen Kerkermeister erkennt, in die Arme. Die erste auf einer Zwölftonreihe fußende italienische Oper—großen und prägenden Eindruck hatte auf Dallapiccola die von Schönberg geleitete Aufführung seines Pierrot lunaire 1924 in Florenz gemacht, der auch Puccini beiwohnte, welcher dem Komponisten bekanntlich zum Werk gratulierte—ist ein eindrucksvolles Stück, das 1950 in Florenz szenisch uraufgeführt wurde und nach einer ersten Serie in den 1960/70er Jahren zur Zeit wieder häufiger anzutreffen ist. So auch in Graz, wo im März 2017 dieser sehr willkommene Mitschnitt entstand (Oehms Classics OC 970). Graz spielte im Leben des jungen Dallapiccola (1904-75) übrigens eine wichtige Rolle, da die aus Istrien stammende „politisch unzuverlässig“ geltende Familie 1917 dorthin ziehen musste. Luigi Dallapiccola empfindet die Demütigungen als Heimatloser, erlebt im Opernhaus aber auch seine musikalische Initiation. Eine Aufführung des Fliegenden Holländer soll für ihn den Ausschlag gegeben haben, Komponist zu werden. Nach dem Krieg zieht es ihn nach Florenz, dem künftigen Zentrum seines Schaffens und Wirkens.

Auf den Stoff zu Il Prigioniero, die Erzählung Tortur durch Hoffnung von Villiers de l’Isle-Adam, war Dallapiccola bereits 1939 gestoßen. Zwischen den Canti di Prigionia 1941 und den Canti di Liberazione 1955 formte er, unter Einbeziehung einer Episode aus Charles de Costers Ulenspiegel-Roman, ein Bild der schlimmsten Folter. Im Moment der scheinbaren Befreiung muss der Gefangene angesichts des Scheiterhaufens erkennen, dass er betrogen ward: „Die Hoffnung … als die letzte Folter von allen Folterqualen die grässlichste“. Fast ein wenig konventionell, doch nicht unpassend, in der Manier des frühen Menotti, mutet der Prolog an. Die Mutter besucht ihren Sohn, ahnend, dass es zum letzten Mal sein wird, und berichtet von Philipp II., der sich in ihren Träumen in den Tod verwandelt. Aile Asszonyi formt den 7minütigen Auftritt zu einer glühenden Anklage, in der Dallapiccola die große Klage- und Klanggeste der italienischen Oper nicht verleugnet. Überhaupt klingt in Dallapiccolas Kurzoper (47:31) das Komplizierteste immer singbar, auf dass die Botschaft der Humanität gehört werde. Die Gesänge der Priester, die falschen Beschwörungen des von Manuel von Senden mit tückischer Tenorgefälligkeit gesungenen Großinquisitor, die sanften Floskeln der Priester, die von Markus Butter mit Inbrunst gestalteten Bekenntnisse und Visionen des Gefangenen und die Gebete und sakralen Zitate verdichtet Dirk Kaftan mit dem Grazer Philharmonischen Orchester zu einem beklemmenden, gleichwohl scharf ausdifferenzierten, ebenso wuchtigen wie klangreichen Bild, das Dallapiccolas großartiger Konstruktion gerecht wird. © 2017 Opera Lounge





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