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Remy Franck
Pizzicato, September 2014

Von phänomenaler Ausdruckskraft sind diese beiden Interpretationen, mit denen Truls Mørk und Vasily Petrenko Werkgeschichte schreiben. Gewiss, vor ihnen haben andere Interpreten Shostakovichs emotional unvergleichliche Cellokonzerte in intensiven Aufnahmen präsentiert, und Mørk selber hat mit Mariss Jansons 1995 eine grandiose Aufnahme beider Werke gemacht. Der Cellist spielt heute freilich noch überlegener, intellektuell reifer und gräbt sich noch tiefer in die Musik ein, mit Petrenko als Partner, der in der Klarheit der Orchestertextur Jansons noch um einiges überbietet.

Bereits im straff gefederten ersten Satz des Konzerts op. 107 holen sie den Zuhörer bedingungslos auf ihre Seite. Gestochen scharf das räumlich wohl ausbalancierte Klangbild, völlig entschlackt und trocken die Spielweise, fast spartanisch das Ambiente, aus dem heraus ein ekstatischer Tanzrhythmus entwickelt wird. Der melancholische zweite Satz wird dramatisch aufgebaut und spannungsvoll seinem Höhepunkt entgegengeführt. Lyrisch ausgesungen wird die Cadenza (der 3. Satz ist nur für das Soloinstrument geschrieben). Das Finale erklingt gewollt rau und kraftvoll mit den vorzüglich herausgearbeiteten grotesken Seitenhieben.

Das zweite Konzert steht trotzig wie ein Baum ohne Blätter im Herbstwind, unmittelbar neben einem Friedhof, auf dem sich die menschliche Existenz in Form von düsteren hin und wieder auch ironischen Fratzen zu präsentieren scheint. Zwei, drei Sonnenstrahlen, ein kurzes Gebet, meistens aber Hoffnungslosigkeit und Qual, Folter der Seele und des Geistes. © 2014 Pizzicato





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