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Alain Steffen
Pizzicato, May 2014

Es ist wegen einer Aufnahme wie dieser, warum wir Rezensenten uns immer und immer wieder neue Aufnahmen anhören. Wie schon in seinen beiden Shostakovich-Einspielungen für Deutsche Grammphon (mit dem ‘Russian Philharmonic Orchestra’) erweist sich Thomas Sanderling als begnadeter Shostakovich-Interpret, der es versteht, in die seelischen Abgründe dieser Musik einzutauchen. Sanderling ist ein Dirigent, der ohne Effekte auskommt und es nicht nötig hat, durch spektakuläre Klanginszenierungen aufzufallen. Vielmehr ist er ein Meister der leisen Töne. Und diese lässt er mit einer Intensität erklingen, dass man eine Gänsehaut bekommt.

Hut ab also vor diesem Dirigenten, der den Mut hat, die wunderbare Michelangelo-Suite (hier als Weltersteinspielung der italienischen Fassung) mit der schönen ‘Schottischen Ballade Annie Laurie’ und den eher unbekannten, aber musikalisch herrlichen Sechs Romanzen op. 62a, auf Texte von W. Raleigh, R. Burns and W. Shakespeare—zwei weitere Weltersteinspielungen—zu kombinieren.

Feinere, besser durchdachte und authentischer klingende Interpretationen, in denen man in jedem Takt die Liebe des Dirigenten zu Shostakovichs Musik spürt, kann man sich kaum vorstellen. Das glasklare, nuancenreiche Spiel des ‘Helsinki Philharmonic Orchestra’, das wohltuend anders klingt als die russischen Klangkörper, kommt der Poesie der Werke sehr entgegen und eröffnet auch dem Hörer ein neues Klanggefühl für diese Musik.

Dietrich Fischer-Dieskau war immer mein Lieblingsinterpret der Michelangelo-Lieder. Nachdem ich aber diese Aufnahme kenne, gebe ich der viel wärmeren und empathischeren Stimme Gerald Finleys ohne zu zögern den Vorzug. Finleys weiche, sehr wandelbare Stimmführung passt ebenso gut zu den tiefempfundenen Michelangelo-Liedern wie zu der leichten Ballade und den schönen Romanzen. Perfekte Diktion, technisch makellose Stimmführung und ein sehr ansprechendes, angenehmes Timbre zeigen den kanadischen Sänger als einen idealen Interpreten dieser Lieder. Ein sehr natürliches, kontrastreiches und klares Klangbild rundet diese hundertprozentig gelungene Interpretation auf allerhöchstem Niveau ab. Eine Referenz und damit eines der wichtigsten Shostakovich-Dokumente der letzten Jahrzehnte. © 2014 Pizzicato





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