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reagenz
ouverture - Das Klassik-Blog, January 2015

Mitunter fragt man sich, warum die Musikgeschichte gerade so und nicht ganz anders verlaufen ist. Was beispielsweise hätte sich daraus ergeben, wenn Christoph Graupner (1683 bis 1760) nicht in Darmstadt geblieben, sondern nach Leipzig gegangen wäre? Und wenn Johann Sebastian Bach beispielsweise Dom- und Hoforganist in Berlin anstatt Thomaskantor geworden wäre?

Schließlich hatte sich der Darm- städter Hofkapellmeister beworben, er wollte wechseln, und eigentlich war Graupner auch der Favorit der Leipziger Stadtväter. Doch dann erhöhte sein Dienstherr, Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt, ihm die Bezüge, und verweigerte ihm zugleich den Abschied. Solchen Argumenten pflegten sich Musiker üblicherweise zu beugen. Und so erhielt der Kollege aus Köthen das Amt.

Kirchenmusik hat Graupner dennoch in großen Mengen komponiert; Aufnahmen seiner Kantaten wurden in diesem Blog bereits an anderer Stelle vorgestellt. Das Finnische Barockorchester hat bei Ondine bereits Orchestersuiten eingespielt. Nun haben sich einige Solisten dieses Ensembles auch der Triosonaten des Komponisten angenommen. Aus der großen Anzahl seiner Werke haben sie dazu einige ausgewählt. Dabei scheinen sie auf die wenigen bereits edierten Sonaten zurückgegriffen zu haben.

Auffällig ist die farbenreiche Besetzung—neben Traversflöte und Violine setzt Graupner auch Viola d'amore, Fagott sowie das Chalumeau, einen Vorgänger der Klarinette, ein. Im Continuo, notiert für das Cembalo als unbezifferte Basslinie, verwenden die Musiker zusätzlich Barock-Violoncello, Viola da gamba, Barocklaute sowie einmal auch die Orgel. Das macht die CD klanglich attraktiv. Graupner scheint allerdings auch bei seinen Triosonaten mehr auf Ausdruck und Melodik als auch vor der gründige Virtuosität bedacht gewesen zu sein. Er überrascht eher durch unerwartete Harmonik als durch kühne Figurationen. Das ist wirklich spannend; man darf neugierig bleiben, welche Schätze sich in Graupners unglaublich umfangreichem Nachlass in Zukunft noch anfinden werden. © 2015 ouverture - Das Klassik-Blog





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