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Album Reviews



 
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Marco Frei
Piano News, January 2017

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Alain Steffen
Pizzicato, December 2016

Olli Mustonen, Hannu Lintu und das Finnische Radio Symphonieorchester erweisen sich hier als ideale Interpreten für Prokofiev. Den stilistisch sehr unterschiedlichen Konzerten vermag Mustonen mit viel Fantasie und Virtuosität zu begegnen. Das versöhnliche 3. Konzert mit seinen poetischen Momenten gelingt ihm ebenso überzeugend wie das 4. Konzert für die linke Hand oder das alle Traditionen aufbrechende 1. Konzert, das Prokofiev damals den Ruf des ‘enfant terrible’ einbrachte.

Mustonens ungeheure Virtuosität und Spielfreude sowie sein ganz natürlicher Umgang mit der Modernen geben seinen Interpretationen etwas Leichtes, kaum Greifbares, etwas, das sein Spiel von dem vieler russischer Pianisten unterscheidet.

Es ist wohl dieses typisch finnische Element mit seiner Kühle und seinem selbstverständlichen Umgang mit modernen Klängen, was diese Einspielung auszeichnet und empfiehlt. Das Orchester ist sowieso für diese Art Musik geeicht und der großartige Hannu Lintu vermag auch als Dirigent hier wichtige Akzente zu setzen und vor allem den Mittel—und Nebenstimmen genug Raum zu geben. Wer Prokofiev einmal ‘nordisch’ hören will, der ist mit dieser Einspielung bestens beraten. © 2016 Pizzicato



Dr. Michael B. WeiƟ
Klassik heute, September 2016

Mit drei nennenswerten Problemen haben Pianist, Dirigent und Orchester zu kämpfen, wenn sie eines der fünf Klavierkonzerte Sergej Prokofjews aufführen: Zunächst ist der Solist über weite Strecken in einen rastlosen und mechanischen Scherzo-Gestus eingespannt, muss diesen gleichsam absolvieren und hat dabei zu wenige Gelegenheiten, sich zu entfalten. Dann wirken die Formverläufe der einzelnen Sätze mit ihren Tempobrüchen und Taktwechseln oft wie aneinandergeklebt; Prokofjew hatte mehr Talent zu kleineren Formen als zu konzertanten oder symphonischen Entwicklungen. Schließlich ist die Instrumentierung besonders in den Tuttipassagen schwer zu durchdringen für den Solisten, aber auch für andere Gruppen, etwa die Holzbläser.

Mit allen diesen Problemen gehen die Musiker dieser Einspielung von drei Konzerten, Olli Mustonen und das Finnish Radio Symphony Orchestras unter Hannu Lintu, sehr geschickt um und lösen sie sogar größtenteils auf sehr überzeugende Weise. Hören wir zunächst auf das Orchester. Unter der Leitung seines mittlerweile dort seit drei Jahren tätigen Chefdirigenten Hannu Lintu erscheinen die Symphoniker brillant, mit klaren Streichern, die in den Ostinato-Rhythmen sehr kompakt auftreten sowie einem machtvollen, eher weichen als knackigen Blech; dass die Holzbläser an Einzelstellen etwas unterbelichtet werden, hängt mit Prokofjews oft ungelenker Behandlung von Tuttistellen zusammen. Generell jedoch hat Lintu die einzelnen Gruppen sehr gut gegeneinander ausbalanciert, in den Höhepunkten der Kopfsätze, besonders des 3. Konzertes C-Dur und des 4. Konzertes B-Dur, die häufig überladen, wie erdrückt vom eigenen Gewicht der nicht immer hilfreichen Instrumentation wirken, sind die Massen sehr angenehm entzerrt.

Was tut der Solist Olli Mustonen gegen die Vereinnahmung durch den Komponisten, der ihn gerne zu einer gewissen Hyperaktivität antreibt? Er spielt mit so überlegen leichtem wie schwerelosem Anschlag, unter steter Wahrung eines substanzreichen Tones, dass er der Begleitmaschinerie immer einen winzigen Tick voraus ist, Impulse geben kann, ohne je auch nur annähernd Gefahr zu laufen, unter die Räder zu kommen: eine gut funktionierende Mischung aus Tongestaltung und Timing. Nur an wenigen zweistimmigen Passagen innerhalb des 4. Konzertes, welche hier besonderes Gewicht haben, da das Stück—wie ähnliche Arbeiten etwa Richard Strauss´, Ravels und Korngolds—nur die linke Hand benutzt, sind nicht immer beide Stimmen gleich gut zu hören.

Bleiben die formalen Schwierigkeiten. In deren Bewältigung liegen wohl die größten Meriten dieser sehr ansprechenden Einspielungen. Stets gehen Prokofjews meist etwas zufällig wirkenden Tempo—und Satzbrüche umstandslos auseinander hervor; offenbar wurde hier sorgfältigst gearbeitet, Mustonen und Lintu haben aber auch merklich die Gabe, so weit vorauszuschauen, dass Brüche wenn nicht gekittet, so doch sehr plausibel vermittelt werden. Die besten Wirkungen entfalten zurückgenommene Tempi, etwa in den Finalsätzen des 3. und 4. Konzertes, weil diese Passagen von Mustonen und den hellwachen Finnischen Rundfunksymphonikern ebenso gemessen wie federnd dargestellt werden. © 2016 Klassik heute





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