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Album Reviews



 
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Andreas Falentin
Concerti, July 2015

Die knapp 60 kleinformatigen Kompositionen sind fast ausschließlich Gelegenheitsarbeiten. Dennoch sind sie besonders für Freunde des A-Capella-Gesangs eine echte Fundgrube. Bereits das erste Stück, Rakastva (der Liebhaber) überrascht, zumal im Mittelteil, durch Sibelius‘ hochexperimentelle Satztechnik. Da umrahmen ostinate Sopranbögen auf rätselhafte Weise scheinbar chaotisches, vielstimmiges Piano-Geplapper. Immer wieder unterbrechen kleine modern, gar zeitgemäß anmutende Edelsteine die Gruppen schlichter Chorlieder mit Natur- oder Liebesthematik, etwa der Festmarsch oder die Kantate. Insbesondere diese Stücke stellen hohe Ansprüche an die Musikalität der Interpreten. Der Estnische Philharmonische Kammerchor bezaubert durch reine Intonation und feine Abstufungen in Dynamik und Farbigkeit, die klangtechnisch geradezu vorbildlich abgebildet werden - klar konturiert, aber ohne jede Härte. © 2015 Concerti



Heinz Braun
Klassik heute, June 2015

Mit CDs ist es manchmal wie mit Menschen: der erste Eindruck ist der entscheidende. Bereits nach wenigen Minuten wird klar, dass man es bei der Gesamteinspielung von Jean Sibelius’ Werken für Gemischten Chor mit Weltklasse-Vokalisten zu tun hat: Lupenreine Intonation, die Chorgruppen in sich stimmig und kompakt und sich doch zu einem harmonischen Gesamtklang vereinend, die Stimmen kraftvoll, jedoch selbst in extremen Lagen nie aufdringlich. Kurz, ein Chor von herrlich ansteckender Verve und Strahlkraft. Selten aber habe ich auch eine so gut aufgenommene Chorproduktion gehört wie diese: klar, überaus präsent und durchhörbar, von angenehmem Raumklang. Eine Meisterleistung der Tontechniker!

Der Estnische Philharmonische Kammerchor, 1981 von Tõnu Kaljuste gegründet und zwanzig Jahre von ihm geleitet, genießt zu Recht einen legendären Ruf. Heikki Seppänen, ein erfahrener Kirchenmusiker und Chorleiter, animiert die Esten zu Höchstleistungen. Man spürt unmittelbar den gemeinsamen Geist und die Freude am Musizieren.

Auch wenn die Chormusik in Sibelius’ Gesamtschaffen keinen zentralen Platz einnimmt, so hat sich der Komponist von seinen Jugendjahren bis ins Alter immer wieder mit Chormusik beschäftigt. Seine meist in schlichter Homophonie gehaltenen Chöre haben häufig patriotischen bzw. volkstümlichen Charakter. Fasst man die wechselvolle finnische Geschichte ins Auge, die dem Land erst 1919, nach jahrhundertelanger Fremdherrschaft durch die Schweden und später durch das russische Zarenreich, die nationale Eigenständigkeit bescherte, wird dies verständlich. Das Gros von Sibelius’ Chormusik entstand eben zu jener Zeit, in der sich die finnische Nation nach einem eigenen, unabhängigen Staat sehnte.

Die Werke kann man verschiedenen Gruppen zuordnen: Patriotische Lieder, Lieder für Chorfestivals, Lieder für Freunde, für Schulen sowie geistliche Hymnen. Die Texte sind großteils in finnischer Sprache, aber auch schwedische, englische und lateinische (!) Chöre sind zu hören. Die bekannte Finlandia-Hymne dürfte auch dem nicht ganz so versierten Sibelius-Liebhaber sofort aus der gleichnamigen Symphonischen Dichtung bekannt vorkommen. Nachdem sich dieser Chorsatz alsbald bei finnischen Emigranten in den USA großer Beliebtheit erfreute, fertigte Sibelius selbst 1948 eine endgültige a-cappella-Fassung an.

Das Beiheft bietet zu allen Werkgruppen erhellende Informationen sowie eine englische Übersetzung der Gesangstexte. Sicher wendet sich diese Gesamteinspielung in erster Linie an eingefleischte Sibelius-Fans, aber auch Chormusik-Freunde werden an dieser außerordentlichen Einspielung mit einem der besten Chöre der Welt ihre Freude haben. Eine fabelhafte Aufnahme! © 2015 Klassik heute





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