Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...


Remy Franck
Pizzicato, November 2015

Hannu Lintu spürt den Naturlauten im ersten Satz von Mahlers Erster Symphonie mit viel Liebe und noch mehr Spannung nach. Man spürt förmlich, wie sich die Kraft der Natur unter der Erde aufbaut und dann in einem jubelnd-tanzenden Schlussteil ausbricht. Ein klanglich sehr detailliert gearbeiteter zweiter Satz lässt keine Wünsche offen, während der dritte durch seinen teils knisternd spannungsgeladenen, teils äußerst sensuellen und insgesamt sehr mysteriösen Ausdruck fesselt. Hier wie auch im zweiten Satz wird so manches Detail hörbar, was man nicht immer so prägnant hört.

Das Finale lebt von den Kontrasten zwischen spektakulären Klangeruptionen und sehr sensuellen Passagen, die liebevoll formuliert werden.

Eine willkommene ‘Zugabe’ ist der originale zweite Satz der Symphonie, der sogenannte Blumine-Satz, in einer äußerst spannenden und stimmungsvollen Aufführung.

Viel Verdienst an der packenden Wirkung hat auch der Tonmeister, der für ein im Surround-Klang wohl ausbalanciertes, sehr räumliches und dennoch nie halliges, sondern sehr klares Klangbild gesorgt hat. Die Qualität der Tonaufnahme an sich ist so hoch, dass wir der Aufnahme bedenkenlos unsere Supersonic-Auszeichnung geben. © 2015 Pizzicato



Rasmus van Rijn
Klassik heute, November 2015

Was den Dirigenten Hannu Lintu auszeichnet, ist die bewundernswerte Fähigkeit, uns selbst durch das größte musikalische Dickicht kompromisslosester Werke zu führen, ohne dass er uns zur andächtigen Bewunderung nüchterner Röntgenbilder nötigte oder die jeweilige Materie mit der Machete „auflichtete“. So kam er unter anderem beim Violinkonzert von Max Reger (mit Benjamin Schmid), in der zweiten Symphonie von George Enescu und auch in dem wahrhaft eigenwilligen Violinkonzert des Briten Thomas Adès zu ganz vorzüglichen Ergebnissen. Mit demselben Ansatz näherte er sich am Pult des Finnischen Rundfunk-Symphonieorchesters der ersten Symphonie von Gustav Mahler, weshalb denn auch, das sage ich vorweg, sämtliche Aspekte der klanglich-stimmlichen Transparenz und Architektur in den höchsten Tönen zu loben sind: Der große Apparat ist so schön durchzuhören, dass mir das Fehlen des ersten Beckenschlages bei Ziffer 26 des Kopfsatzes sofort besonders schmerzlich aufstieß…

Darüber kann man freilich mit gutem Willen hinweggehen. Nicht zu ignorieren ist hingegen, dass Lintu trotz all seiner klaren, durchaus richtigen Strukturauffassungen mit den schier unbeschreiblichen Nuancen der Musik und ihres immer unverwechselbaren Schöpfers nicht wirklich warm wird. Er weiß um den Ländler, aber er tanzt ihn nicht. Er kennt den „Lindenbaum“, aber er fühlt nicht die traulich-nostalgische Abendsonne, die auf den unglücklich Verliebten scheint. Und bei dem erschrecklichen „Bautz“, mit dem das Finale in den verlorenen Trauermarsch hinein explodiert, mäßigt er sich und sein Orchester gleich so, dass das gleißende Tageslicht erst allmählich und nicht etwa mit dem gehörigen Anprall hereinkommt: O Gott! lässt Jean Paul den Protagonisten seines Titan rufen, wenn der sich nach dem Sonnenaufgang die Augenbinde abreißt—„selig erschrocken, als alle Türen des neuen Himmels aufsprangen und der Olymp der Natur mit seinen tausend ruhenden Göttern um ihn stand. Welch eine Welt!”

Unsympathisch ist diese Produktion anderthalb Jahre alte Produktion deswegen nicht. Doch ihre Verdienste: die vorzügliche akustische Seite und die sorgfältige Darlegung des Komponierten, sowie die gute Entscheidung, die überzählige Blumine als Appendix zu reichen—all das genügt, um die interpretatorische Höchstnote zu ziehen, zu der ich gern gegriffen hätte. Und da auch das Beiheft (englisch-finnisch) nur die bekannten Fakten erzählt, bleibt es dieses Mal leider bei einem durchwachsenen Fazit. © 2015 Klassik heute





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group