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Album Reviews



 
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Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, January 2016

Lieder und Kammermusik gehörten zum festen Bestandteil im Schaffen des Alexander Zemlinsky, der aber hauptsächlich seiner Opern wegen einem breiteren Publikum bekannt ist. So schrieb Zemlinsky mehrere Liedzyklen, die er teils selbst orchestriert hat (Maeterlick Gesänge) aber auch Streichquartette. Der Vorarlberger Richard Dünser hat gekonnte kammerorchestrale Arrangements dieses Wiener Komponisten geschaffen, darunter einen „Liedzyklus zum Thema Nacht und Traum“ aus den für ihn stärksten (frühen) Liedern der opp. 2, 5, 6, 8 und 10 sowie die 40-minütige Kammersymphonie nach Zemlinskys zweitem Streichquartett. In der Kammersymphonie beabsichtigte Dünser 2013, die symphonische Sprengkraft dieses Werkes durch eine adäquate Orchesterbesetzung zu entfesseln. „Die durch meine Bearbeitung neu entstandene Kammersymphonie von Zemlinsky kann mit 14 Soloinstrumenten gespielt werden und bietet sich daher als Zwillingswerk zu Schönbergs erster Kammersymphonie an.“

Die von Ondine vorgelegte CD ist höchst stimmungsvoll realisiert. Die ganz in der Spätromantik verhafteten Orchesterlieder werden von der finnisch-schwedischen Mezzosopranistin Jenny Carlstedt mit üppigem Klangfarben ausdrucksstark gesungen. Es begleitet das Lapland Chamber Orchestra unter der sensitiven Leitung von John Storgards. Die wunderbaren Texte von „Nacht und Traum“ stammen von Victor von Blüthgen, Otto von Leixner, Julius Rodenberg, Paul Heyse, Christian Morgenstern und Ferdinand Gregorovius. In der Musik werden bei näherem Hinhören Anklänge an Brahms und Mahler wahrnehmbar.

Auch die Kammersymphonie ist in jeder Hinsicht bestens gelungen. Mir gefällt sowohl die Bearbeitung als auch die künstlerische Umsetzung dieser Musik „in ihrer inneren Zerrissenheit zwischen ausufernd spätromantischem Sehnen und expressionistischer Verdichtung des gestischen, zügellos Wechselhaften der Strukturen und Stimmungen“ (Christoph Schlüren im Booklet). Den Musikern aus Finnland gelingen sowohl die kontrapunktischen Passagen als auch die kühne Harmonik in diesem „klingenden Dokument inneren Ringens, Kämpfens und Leidens“ auf das beste.

Eine wunderbar musizierte CD, eine klare Empfehlung! © 2016 Der Neue Merker





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