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Heinz Braun
Klassik heute, September 2016

Vor etwas mehr als einem Monat, am 27. Juli, verstarb Einojuhani Rautavaara, der Doyen der finnischen Gegenwartsmusik, im Alter von 87 Jahren in Helsinki.

Die vorliegende CD ist somit eine der letzten, wenn nicht die letzte Tonträgerveröffentlichung zu Lebzeiten des Komponisten, und in mancherlei Hinsicht wirkt einiges tatsächlich wie ein Schwanengesang. Das zentrale Werk der CD ist der 2014/15 komponierte Zyklus Rubaiyat aus fünf Liedern mit orchestralen Interludien für Bariton und Orchester nach Gedichten des altpersischen Universalgelehrten und Philosophen Omar Chayyam (in der bekannten englischen Übersetzung Edward Fitzgeralds). Schon früh, noch als junger Student Ende der Vierziger Jahre, kam Rautavaara mit der Poesie Chayyams in Berührung. Die Faszination der Verse hat über die Jahrzehnte nicht nachgelassen und so kehrte Rautavaara gegen Ende seines Schaffensweges zu diesem frühen Einfluss zurück. Das Werk entstand im Auftrag der Londoner Wigmore Hall für den kanadischen Bariton Gerald Finley, der auch der vorzügliche Interpret der Einspielung ist. Diese Lieder von romantischem Impetus und opulent funkelnder Instrumentation atmen jene charakteristische Altersgelassenheit, ja Serenität, die auch die entsprechenden Spätwerke von Richard Strauss (Vier letzte Lieder) oder Rudolf Wagner-Régeny (Gesänge des Abschieds) auszeichnen. Ein großartiges Stück in einer fabelhaften Wiedergabe.

Auch das folgende Stück Into the Heart of Light (Canto V) für Streichorchester aus dem Jahr 2012 zeichnet sich durch dunkle Farben und eine fast nostalgisch anmutende Wärme aus.

Die 2014 komponierte Balada für Tenor, gemischten Chor und Orchester nach Texten von Federico García Lorca hat mich hingegen weniger überzeugt—kompositorisch wie auch hinsichtlich der Ausführung. Das Stück verwendet Material aus einer unvollendet gebliebenen Oper über García Lorca und obschon Rautavaara eigentlich ein erfahrener Chorkomponist ist, wirkt gerade der umfangreiche und tragende Part des Chors nicht sonderlich idiomatisch, was dem Umstand geschuldet sein mag, dass Rautavaara das natürliche Gefühl für die Sprache (das gerade seine finnisch textierten Chorwerke auszeichnet) im Spanischen fehlt. Die Textierung wirkt unecht, gekünstelt und es ist schwer zu entscheiden, ob der etwas muffige Gesamtklang des Chors des Helsinki Music Centres nur eine Folge ungünstiger Lagendisposition ist oder ob das Ensemble im Allgemeinen nicht seinen besten Tag hatte. Im Gegensatz zu den Rubaiyat-Liedern fällt auch der Tenorsolist Mika Pohjonen mit seiner forcierten, engen, zu opernhaften Tongebung unangenehm auf.

Die Vier Lieder aus der Oper Rasputin sind eine spätere Auskoppelung aus Rautavaaras letztem vollendeten Bühnenwerk über den charismatischen russischen Mönch Rasputin. Hier wirkt der Chorpart wesentlich organischer (eben in finnischer Sprache). Die Klangsprache wirkt düster und dramatisch, sich großflächig steigernd mit teils insistierenden Pauken und Posaunenglissandi und ekstatischen Tomtom-Salven.

Der erfahrene Dirigent John Storgårds ist mit dem Philharmonischen Orchester Helsinki ein exzellenter Anwalt von Rautavaaras Musik. Allein die ersten beiden Werke der CD lohnen die Anschaffung, die mit den genannten Abstrichen zu empfehlen ist. © 2016 Klassik heute





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