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Album Reviews



 
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Remy Franck
Pizzicato, December 2015

Shostakovichs Lieder auf Verse von Michelangelo hat man in intimistischeren, weicheren und wärmeren Interpretationen gehört, als das bei Dmitri Hvorostovsky der Fall ist, der viel herber singt und dort am meisten beeindruckt, wo Schmerz oder Ärger mitklingen (etwa in dem packend dargestellten Lied ‘Zorn’). In Liebe z.B., dem dritten Lied, ist mir seine Interpretation dann doch zu streng. Diese Einschränkung gilt auch für andere Lieder des Zyklus und vor allem für die Liszt-Lieder, die ein flexibleres, geschmeidigeres Singen verdient hätten.

Dennoch gibt es sehr viel Gutes und regelrecht Packendes hier, und Hvorostovskys Michelangelo-Zyklus ist durchaus eine Bereicherung des Interpretationsspektrums, nicht zuletzt wegen der sehr partizipativen, ausdrucksstarken Begleitung durch Ivari Ilja am Klavier. © 2015 Pizzicato



Ekkehard Pluta
Klassik heute, November 2015

Ein Jahr vor seinem Tod—1974—schrieb Dmitri Schostakowitsch seinen Zyklus auf Gedichte von Michelangelo Buonarroti für Bass und Klavier (op. 145), den er kurz darauf auch orchestrierte. Es handelt sich um 11 Gedichte des berühmten Malers und Bildhauers, davon acht in der Form des Sonetts. Interessanterweise bezeichnet der Komponist selbst dieses Werk aber nicht als Zyklus, wie es bei Liedern sonst üblich ist, sondern als „Suite“, was auf ein Orchesterwerk hindeutet. Bei Gelegenheit soll er sogar behauptet haben, diese sei seine letzte Symphonie.

Der sibirische Bariton Dmitri Hvorostovsky hat diese Liederfolge seit langem im Repertoire, sowohl in der Orchesterfassung wie in der Klavierversion, und auch auf seinen internationalen Konzertreisen, vor allem in den Vereinigten Staaten, immer wieder präsentiert. In seinem vierten Recital für das finnische Label Ondine gibt er der Klavierfassung den Vorzug und kann sich dabei auf seinen langjährigen Klavierbegleiter Ivari Ilja stützen, der ihm einmal mehr ein ebenbürtiger Partner ist und mit seinem Instrument ein ganzes Orchester ersetzt.

Beide Musiker scheinen hier nicht nur dem Dichter, sondern auch dem Bildhauer Michelangelo ihre Reverenz erweisen zu wollen. Der Pianoklang wirkt wie gemeißelt und die ausdrucksstarke vokale Präsenz des Sängers streift gelegentlich das Monumentale. Es wird dabei auch hörbar, wie viel Schostakowitsch in diesem Werk seinem großen Vorgänger Mussorgsky verdankt, dessen Lieder und Tänze des Todes hier ebenso anklingen wie die Oper Boris Godunow.

Hvorostovsky hatte also keine Veranlassung, den dramatischen Sänger zu leugnen. Nicht ebenso überzeugend ist das opernhafte Pathos in den drei Petrarca-Sonetten von Franz Liszt, die ursprünglich nicht für eine tiefe Männerstimme geschrieben waren. Hier zieht er alle Register eines erfahrenen Verdi-Baritons und lässt wenig Raum für liedhafte Intimität. Ilja ist auch hier nicht Begleiter, sondern autonomer Partner, der sich in Liszts brillantem Klaviersatz wie zuhause fühlt. © 2015 Klassik heute





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