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Dr. Hartmut Lück
Klassik heute, September 2016

Mit inzwischen 90 Jahren gehört der Isländer Jón Nordal (geb. 6. März 1926) zu den ältesten heute lebenden Komponisten, neben z.B. Klaus Huber (1924), György Kurtág (1926) oder Michael Gielen (1927). Er ist der Senior in einer Musiklandschaft, die besonders nach dem 2. Weltkrieg einen enormen Aufschwung genommen hat, mit Komponisten, Interpreten und einem vorzüglichen hauptstädtischen Orchester, das auch auf dieser CD zu hören ist. Viele ausländische Künstler haben für Gastspiele und—aufenthalte gern Island aufgesucht; der aus Russland gebürtige Pianist und Dirigent Vladimir Ashkenazy lebte sogar viele Jahre auf Island.

Jón Nordal begann seinen schöpferischen Weg ausgehend von der reichen Folklore seines Landes, lernte aber während eines Aufenthaltes bei den Darmstädter Ferienkursen im Jahre 1957 auch die serielle Technik kennen, die fortan einige seiner Werke prägte; später konsolidierte sich sein Stil in einer frei-atonalen, zunehmend expressiven Richtung, wodurch auch die hier eingespielten Werke am ehesten zu charakterisieren sind. Sie bauen einen farbigen Spannungsbogen auf und verklingen meist leise mit einem solistischen Instrument. Die Titel geben in gewisser Weise eine inhaltliche Orientierung für den Hörer: Langnætti bezeichnet eine winterliche Dunkelheit, Leiðsla einen Bewußtseinszustand zwischen Trance und Meditation. Das heimische Orchester widmet sich diesen einnehmenden Werken mit Hingabe und auf hohem technischem Niveau; der schwedische Dirigent Johannes Gustavsson gestaltet die dramaturgischen Abläufe übersichtlich und gehaltvoll. © 2016 Klassik heute





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