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Ekkehard Pluta
Klassik heute, May 2016

Erkki Melartin (1875-1937), wie Gustav Mahler zeitweise Schüler von Robert Fuchs, gilt als einer der wichtigsten finnischen Komponisten seiner Generation, doch blieb er immer im Schatten von Jean Sibelius und geriet nach seinem Tode selbst in seiner Heimat etwas in Vergessenheit. Erst in unserem Jahrhundert erwachte erneutes Interesse an seiner Musik.

Der Dirigent Hannu Lintu darf als ein Pionier seiner Wiederentdeckung gelten. Die 1910 für St. Petersburg geschriebene Tondichtung Traumgesicht hat er nach mehr als 80 Jahren wieder ausgegraben und legt sie jetzt als Ersteinspielung vor. Melartin löst sich hier von seinen spätromantischen Anfängen und sucht Anschluß an die musikalische Avantgarde seiner Zeit—an Strauss, Debussy, Skrjabin.

Das Orchesterlied Marjatta (1914) war eine Auftragsarbeit für die große finnische Primadonna Aino Ackté, es ist zugleich ein Gegenstück zu Luonnotar, von Sibelius im Jahr zuvor für dieselbe Sängerin komponiert. Beide Texte gehen auf das große finnische Nationalepos „Kalevala“ zurück. Melartin erweist sich auch hier als ein Klangzauberer, der mit feinsten musikalischen Farbvaleurs arbeitet. Die Solostimme hat eine rein narrative Funktion, die Gesangslinie ist der Sprachmelodie nachgebildet; das Orchester malt die Naturstimmungen, von filigranen Instrumentalsoli (die Klarinette imitiert den Kuckuck) bis hin zum hymnischen Orchestertutti. Da gibt es einige Parallelen zu Leoš Janáček.

In der Tradition von Tschaikowsky steht das Ballett The Blue Pearl, das zwischen 1928 und 1930 entstand und 1931 in Helsinki uraufgeführt wurde. Lintu hat aus dem abendfüllenden dreiaktigen Werk 8 Titel herausgepickt und zu einer Suite verbunden, die ihre musikalischen Reize auch losgelöst von der Handlung entfaltet. Melartins Klangsprache hat sich in diesem späteren Werk nicht erkennbar verändert, aber der heutige Hörer genießt die aus der Zeit gefallene märchenhafte und durchweg tänzerisch-leichtfüßige Musik in jeder Nummer.

Das finnische Radio Symphonie Orchester spielt unter Lintus Leitung mit äußerster Delikatesse und vorbildlich akkurat in den Details. Soile Isokoski glänzt in Marjatta erwartungsgemäß mit erzählerischer Autorität und lyrischem Liebreiz. © 2016 Klassik heute





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