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Album Reviews



 
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Christoph Vratz
Fono Forum, January 2017

Brahms’ Violinsonaten nicht als virtuose Kammermusik, sondern als intime Beobachtungen und Selbstaussagen. Vogt und Tetzlaff übertreffen ihre eigene ältere Einspielung durch einen verfeinerten Ansatz. © 2017 Fono Forum




Guido Fischer
Rondo, October 2016

Schon in den allerersten Takten, mit denen in himmlischer Ruhe der Vorhang zur 1. Violinsonate von Johannes Brahms geöffnet wird, tut sich so etwas wie ein Wunder auf. Denn Christian Tetzlaff und Lars Vogt gelingt es geradezu blind, diese radikal entschlackte Musik selbst im feinsten Pianissimo auf ihren wertvollen Kern und Zauber, aber auch auf ihre ganze Dringlichkeit und Dramatik hin zu befragen. All das schaffen Tetzlaff und Vogt mit einer Klarheit und Anteilnahme, Eindringlichkeit und auch verlockenden Tonschönheit, wie man es gerade bei diesem schnell ins Melancholisch-Pathetische umkippenden Repertoire in letzter Zeit nicht mehr erleben durfte. Andererseits haben Tetzlaff und Vogt ihren Ruf als Musikbrüder im Geiste schon oft beeindruckend unter Beweis gestellt, so bei den Violinsonaten von Mozart und Schumann. Und nachdem man sich mit Cellistin Tanja Tetzlaff ebenfalls äußerst gelungen den Klaviertrios von Brahms gewidmet hatte, mussten es nun die drei Violinsonaten sowie das „Scherzo“ aus der „F.A.E.“-Sonate sein. Tetzlaffs Geigenklang besitzt dafür alles, was Herz und Verstand begehren. Ungemein schlank und trotzdem körperreich, kantable Herrlichkeit und ein abgründig lyrischer, sich geradezu ins Mikronuancierte auffächernder Ton sind da nur einige von zahllosen Gestaltungstrumpfkarten. Lars Vogt folgt Tetzlaff darin aber eben nicht gehorsam, sondern tauscht sich mit ihm von gelöst bis nervig-gespannt, von sinnlich kostbar bis temperamentvoll aus, ohne jemals nur für eine Sekunde diese ideale Kammermusik-Partnerschaft etwa mit virtuos-konzertanter Geste aufzukündigen. Das nächste Aufnahmeprojekt, so wünscht man sich, sollte sich bei diesen beiden Musikern um Schubert drehen. © 2016 Rondo



Christof Jetzschke
Klassik heute, August 2016

Lars Vogt bringt es wunderbar auf den Punkt, wenn er das Doppelbödige oder die Doppeldeutigkeit der drei so nach innen gewandten, von Gefühlsschwankungen und einer zerbrechlichen melodischen Schönheit durchzogenen Brahmsschen Violinsonaten als „melancholisches Glück“ und „heitere Traurigkeit“ bezeichnet.

Um es gleich zu sagen: Ich kenne keine Aufnahme, die weder in der Innigkeit der Kopf—und Mittelsätze noch in der leidenschaftlichen Virtuosität und Dramatik des Finales der d-Moll-Sonate op. 108 genau dies so natürlich und gleichzeitig mit einer derart elektrisierenden Innigkeit abbildet, wie es dem Geiger Christian Tetzlaff und seinem kongenialen Klavierpartner Lars Vogt gelingt—in einer sehr persönlichen Lesart, die dem Bekannten doch immer wieder Überraschungsmomente entlockt. Man spürt, die Zwei müssen sich und der Welt nichts mehr beweisen. Sie sind einfach nur bei sich und ganz bei Brahms. Eine sprachmächtigere, so detailgenaue und dabei doch so wunderbar frei atmende Deutung ist mir tatsächlich nicht bekannt. Sei es im empfindsamen Adagio der Sonate Nr. 1 G-Dur op. 78 oder im kraftvoll vorwärtsdrängenden Presto agitato der Sonate Nr. 3 d-Moll op. 108—was Christian Tetzlaff und Lars Vogt präsentieren, ist nicht weniger als eine glückliche Synthese aus leuchtkräftiger Klangfülle, Innerlichkeit, emotionaler Dringlichkeit und rhetorischem Feinschliff. Kraftmeierei, übermäßiges Schwelgen oder überbetonte Schwermut ist den Beiden fremd. Vielmehr scheinen sie sich von der jeweiligen Innenspannung der Sonaten und des Scherzos des F.A.E.-Sonate WoO 2 zwar davontragen zu lassen; trotzdem umweht ihre Brahms-Sicht mehr als nur ein Hauch von Seriosität und intuitivem Wissen um die herauszuarbeitenden Beziehungen zwischen den großen Bögen und dem motivischen Mikrokosmos. An diesem lebendigen, sich in den Gehörgängen festsetzenden Dialog und dieser für mich fast schon magischen gestalterischen Reife werden sich alle noch kommenden Einspielungen der Brahms-Violinsonaten messen lassen müssen. © 2016 Klassik heute





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