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Album Reviews



 
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Grete Catus
The New Listener, July 2017

Der Spanier überzeugt dabei mit einer Frische und Musizierlust, dass es einen beim Hören förmlich vom Sessel reißt. Die wunderbar kantable Phrasierung und der schiere Mut dazu sowie die Lust daran, Brahms die Schwere zu nehmen und einfach leicht sein zu lassen, stellt diese Einspielung erstaunlich hoch über so ziemlich alles, was ich in diesem Repertoire bislang gehört habe.

Von seinem einstigen Chef Neville Marriner scheint Martín die federnde Leichtigkeit und Rhythmik sowie den Willen zu höchster Virtuosität bei der Orchesterperformance auf den Weg bekommen zu haben, während er selbst als Zutaten zu seiner Interpretation noch eine (manchmal vielleicht leicht übertriebene) Neugier auf dynamische Feindifferenzierung an den Tag legt und vor allem einen absolut mitreißenden „spanischen Schmiss“ in seine Brahms-Auslegung mit einbringt, der interessanterweise besonders gut funktioniert beim angeblich ja so „deutschen“ Brahms.

Brahms‘ Serenaden werden auf diese Weise zu klingenden Frühlingsboten, zu musikalischen Landschafts- und Seelengemälden, ihre berührende, aber nie kitschige Emotionalität offenbart sich in Martíns Vortrag mit dem Gävle Symphony Orchestra ganz unmittelbar, wie selbstverständlich und im besten Beethoven’schen Sinne „von Herzen—möge es wieder—zu Herzen gehen“.

Für mich ist dieser Brahms viel überzeugender als der mit dickem Pinsel pastos aufgetragene Klang eines Brahms unter Thielemann oder der allzu nüchterne, seiner Herzlichkeit weitgehend beraubte Sound eines Hengelbrock’schen Brahms. Martín übertrifft selbst die gefeierten Interpretationen alter Recken wie etwa die des Concertgebouw Orkest unter Bernard Haitink, und für meine Begriffe ist diese Einspielung tatsächlich eine moderne Brahms-Referenz. In der Tat: Von solch einem Dirigenten mit einem solch vorzüglichen Orchester würde man gern auch noch einmal die Brahms-Sinfonien hören! © 2017 The New Listener



Rasmus van Rijn
Klassik heute, March 2017

Diese Produktion stellt mich vor ein ungewöhnliches und interessantes Problem. Wenn ich die beiden Serenaden, wie sie Jaime Martin, dem Cover zufolge die dirigentische Antwort auf George Clooney, mit dem wackeren Symphonieorchester der mittelschwedischen Küstenstadt Gävle aufgenommen hat, unter Zuhilfenahme der Partituren verfolge, entdecke ich so manche Erbse, die ich an dieser Stelle ab—und aufzählen könnte. Dem einen oder anderen crescendo-decrescendo fehlt die atmende Tiefe, die Unterschiede zwischen einfachem und doppeltem Forte sind nicht immer so deutlich, wie das vom Komponisten vermutlich gemeint war, die Phrasen dürften mitunter subtiler gestaltet, die Tempi hier und da ein wenig verhaltener genommen sein—und verschiedentlich gerät auch ein Solo der an sich sehr guten Bläser starrer, als es das eingedruckte „espressivo“ haben möchte. Doch ungeachtet dieser Defizite—oder vielleicht sogar: wegen derselben—mag ich die Einspielung außerordentlich. Der insgesamt burschikose Ton mit seinen herzhaft schroffen Kanten und seiner unsentimentalen, dabei aber keineswegs lieblosen Grundeinstellung zum Geschehen kommt vor allem dem gern ermüdenden Opus 11 zugute, aus dem sich, wenn man’s so angeht wie die in Gävle versammelten Kräfte, von der Pastorale bis zur Tarantella eine erstaunliche Menge an echtestem Brahms herausarbeiten läßt: der mit Beethoven tanzt, mal das Scherzo des zweiten Klavierkonzerts, mal den Hornruf aus dem Finale der ersten Symphonie vorkostet, in unverwechselbaren rhythmischen Überlagerungen seine Muskeln zeigt und andererseits auch als Sänger durchaus einzunehmen weiß, ohne dass er unter dem leise tränenden Auge zum Publikum hinüber blinzelte, um die Wirkung seiner Ergüsse zu prüfen…

Mit den entsprechenden Modifikationen gilt ein Gleiches für das Opus 16. Da haben es mir besonders der schumanneske „Schmiß” im Scherzo mit seinem delikaten Trio, das an vierter Stelle stehende, federnd spukhafte Quasi Menuetto und das charmante Finale angetan, in dem die „Kapelle” mit vernehmlichem Behagen ihre unterhaltenden Aufgaben beendet—derweil ich mich zwischen der objektiven 7,5 und der subjektiven 9,8 zu einer glatten 8 für die musikalische Leistung durchringe: Schließlich habe ich mich selten mit den beiden Serenaden so gut amüsiert wie in dieser sympathischen Aufnahme aus dem schönen Norrland. © 2017 Klassik heute





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