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Rainer W. Janka
Klassik heute, July 2017

Was braucht ein Chor für Brahms’ Liebeslieder op. 52? Rhythmische Präzision, Wendigkeit, klangliche Schmiegsamkeit sowie den „seraphischen Zustand“, den Dietrich Fischer-Dieskau in seiner Lieder-Biographie „Johannes Brahms: Leben und Lieder“ beschwört. All dies besitzt in reichem Maße der Latvian Radio Choir unter der engagierten und animierenden Leitung von Sigvards Klava. Vibratolos und mit einer schön abgedunkelten Höhe singt dieser Chor, absolut austariert ist der Klang der Stimmgruppen und leidenschaftlich ist die Hingabe an diese hochromantische Chormusik. Manchmal dürften die Sänger konsonantisch schärfer artikulieren—aber wie schwierig muss dieses merkwürdige Deutsch für die lettischen Zungen sein! Und bei aller chorischen und interpretatorischen Perfektion: ein bisschen Ironie, ein bisschen Augenzwinkern, ein bisschen Brahms’scher Humor (ja, den gibt’s!) sollte doch sein. So in dem so ironischen Seufzen der Männer in den Liebesliedern Nr. 3, in denen die Männerstimmen die „Wonne tauenden Frauen“ besingen, ohne die sie längst Mönche geworden wären.

Aber geradezu wollüstig ergeben sich die Choristen dem wechselnden Walzerrhythmus, heftig scheinen sie selber vom Flut-Rhythmus in Nr. 2 (Am Gesteine rauscht die Flut) mitgerissen zu werden, sehnsuchtsvoll schwelgen sie in den melancholischen Harmonien der grünen Hopfenranke in Nr. 5, keck interpretieren sie den „kleinen, hübschen Vogel“ als erotisches Liebessymbol in Nr. 6 und mit herrlich weich schmelzendem Piano besingen die Männer die vom Mond beschienene Welle in Nr. 14.

Sehr deutlich in dem Nachtigallen-Lied Nr. 15 markieren die beiden Pianist(inn)en Dace Kjava und Aldis Liepiņš klar den Nachtigallenschlag und in allen sonstigen Liedern vor allem den jeweiligen Walzerrhythmus.

Gleiches gilt für die Neuen Liebeslieder op. 65—von denen es allerdings nur eine Auswahl gibt: 8 von insgesamt 15 Liedern. Wie die besungene „Well’ auf Well’“ schwillt der Chorklang wellenförmig an (Nr. 7) und sehnsuchtsvoll-resigniert resümiert das Schlusslied, dass Linderung für die wunde Seele nur die Musen geben könnten.

Grund für die Auswahl ist wohl, dass man Platz brauchte für weitere Chorlieder, die Drei Quartette op. 64 und die Vier Quartette op. 92. Da wiederum begeistern die üppig-ausladende und schon an Richard Strauss gemahnende Chorpracht in O schöne Nacht sowie die Pianist(inn)en, die in Der Abend, auf einen Text von Friedrich Schiller geschrieben, empathisch den müden Reiter-Rhythmus hervorheben. Diesen Text wiederum hat Richard Strauss noch weitaus prangender und tontrunkener komponiert.

Für Liebhaber von Chören ist diese CD geradezu ein exemplarisches Vorzeigeprodukt, an dem man viel demonstrieren und von dem man viel lernen kann. © 2017 Klassik heute



ouverture - Das Klassik-Blog, June 2017

Dass man Brahms’ Vokalquartette, ursprünglich zum Vortrag durch ein Solistenquartett bestimmt, auch mit einem Chor gut aufführen kann, beweist diese CD. Ein Chor allerdings, der diese Werke aufführen möchte, der sollte exzellent sein. Denn gerade die Liebeslieder-Walzer, für den Zuhörer amüsierlich, erfordern einige Sangeskunst.

Der Lettische Rundfunkchor hat nun bei Ondine eine beeindruckende Probe seiner Kunst veröffentlicht. Der Kammerchor, der aus professionellen Sängern besteht und von Sigvards Klava geleitet wird, hat für diese CD die Liebeslieder-Walzer op. 52 und die Neuen Liebeslieder op. 65 noch um die Quartette op. 64 und op. 92 ergänzt. Am Klavier werden die Sänger von Dace Klava und Aldis Liepins begleitet. Sehr hörenswert! © 2017 ouverture - Das Klassik-Blog





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