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Peter Cossé
Klassik heute, December 2016

Auf der Booklet-Vorderseite—diskret neben einer roten Rose offensichtlich auf hölzernem Untergrund—steht zu lesen: ‚„Es ist vollbracht!“—Joh. 19:30‘. Zwei Möglichkeiten der Deutung eröffnen sich. Die eine mag sich auf Jumppanens Projekt beziehen, sämtliche Beethoven-Sonaten eingespielt zu haben (wobei ich mir da nicht sicher bin, ob er schon fertig ist), die andere könnte sich auf die Tatsache beziehen, das in der hier zur Diskussion stehende Doppel-CD die drei letzten Sonaten enthalten sind. Gleichwie—für mein Empfinden handelt es sich hier in weiten Teilen um Jumppanens lebendigste Beethoven-Aufnahmen, wobei seine Interpretation der nicht nur räumlich-zeitlich sehr ausgreifenden Es-Dur-Sonate op. 7 besonders einprägsam ist.

Im Gegensatz etwa zur im Kopfsatz fast schon erbärmlich mutlosen (oder auch desinteressierten) DG-Einspielung von Benedetti Michelangeli nimmt Jumppanen die Vortragsbezeichnung „Allegro molto e con brio“ beim Wort und zieht den Satz mit allen Akkordrepetitionen der linken Hand mit Eifer, ja mit Feuereifer durch. Dies gilt auch für das „Allegro di molto e con brio“ der Pathétique, deren Finalsatz unter den Händen Jumppanens nichts von jener Verlegenheit an sich haben, die vielen seiner Kollegen im Bereich motorischer Wiederholungstätigkeit anzumerken sind. Ich denke da etwa an Rudolf Buchbinder, der solche Finalsätze, aber auch Sätze aus dem Spätwerk immer wieder sozusagen in historisch gescheiter Beiläufigkeit zum Besten, in Wahrheit aber zum Halbbesten gegeben hat.

Jumppanen kümmert sich mit Umsicht und wenn vorgegeben auch mit inniger Empfindung um die Zartheiten und Verletzlichkeiten der ihm anvertrauten Sätze. Die von Beethoven für den dritten Satz von op. 109 angemahnten „innigsten Empfindungen“ wird er sicher in kommenden Jahren noch mitteilsamer abbilden. Aber es verdient höchsten Respekt, wie er die Fuge der As-Dur-Sonate und die vulkanösen Partien des „Allegro con brio ed appassionato“ der c-Moll Sonate op. 111 nicht nur bewältigt, sondern sicher, ja unwiderstehlich auf Kurs bringt und auf Kurs hält. © 2016 Klassik heute





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