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Album Reviews



 
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Michael Pitz-Grewenig
www.klassik.com, August 2019

Lars Vogt und das Royal Northern Sinfonia entwickeln einen spannenden Zugang zu Beethoven. © 2019 www.klassik.com



Ludwig Flich
Hifi&Records, July 2018

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Kai Luehrs-Kaiser
kulturradio vom rbb, May 2018

Die beiden Violinkonzerte von Béla Bartók, von Geigern früherer Generationen gemieden, gehören inzwischen zu den Lieblingskindern heutiger Star-Violinisten; zumindest sofern sie etwas querköpfiger drauf sind. Während sich früher nur Yehudi Menuhin dafür stark machte, haben nach Gidon Kremer auch Thomas Zehetmair, Isabelle Faust und Janine Jansen diese Konzerte eingespielt.

Zur aktuellen Neuaufnahme mit Christian Tetzlaff gesellt sich sogar ein Konkurrenzangebot mit Renaud Capuçon. Obwohl dieser mit François-Xavier Roth am Pult des London Symphony Orchestra das stärkere Team hinter sich hat, empfehlen wir die CD von Christian Tetzlaff. Und zwar wegen der Persönlichkeitsstärke dieses Geigers, der in den letzten Jahren eine furiose Entwicklung durchgemacht hat.

Voodoohaft

Während Tetzlaff, seit vorgestern 52 Jahre alt, früher den Konfirmanden und braven Hamburger Pastorensohn nie ganz verleugnen konnte, scheint inzwischen ein Knopf bei ihm aufgegangen zu sein. Nicht nur hat er sich plötzlich die Haare schulterlang wachsen lassen, als wolle er den Großstadt-Indianer mimen. Sein Spiel ist viel impulshafter, eruptiver geworden von einem geradezu vulkanischen Ausbruchsstil geprägt.

Dies leicht voodoohafte kommt den sehr speziellen, individualistischen Violinkonzerten Bartóks ungemein zugute; deren zweites Bartóks letztes Instrumentalkonzert überhaupt war und dessen erstes erst nach seinem Tode uraufgeführt wurde.

Spielerisch Spitze

Sehr schürfend, sehr krass in der Farbgebung – aber doch ohne den Spliss und klanglichen Ätzfaktor, wie man ihn bei Gidon Kremer finden würde –, machen diese Konzerte einen zugleich wilden und lyrisch tiefernsten Eindruck. Vielleicht könnte man ein Quantum ungarischen Bluts vermissen.

Stattdessen begleitet das Finnische Rundfunk-Sinfonieorchester unter Hannu Lintu naturhaft, kompakt und beinahe sibeliusartig. Dank großer Integrität und Unverwechselbarkeit setzt sich Tetzlaff dennoch spielerisch an die Spitze der Diskographie. © 2018 kulturradio vom rbb



Roland H Dippel
Concerti, April 2018

Das Ergebnis ist berückend und beglückend, auch weil Lars Vogt die Royal Northern Sinfonia selbst die stimmigen Farben für Beethovens frühes B-Dur—und das berühmtere G-Dur-Konzert finden ließ. Die Musiker und der Solist katapultieren sich und ihre Hörer in eine Sphäre der Vollendung. Damit gewinnt der Topos des „zeitlosen Klassikers“ seine Bedeutung zurück. Lars Vogt besinnt sich auf die natürlichen Tugenden des Solopianisten: Die Bereitschaft zum musikalischen Dialog, die große Einheiten nicht aus dem Blick verlierende Liebe zum beseligenden Augenblick und die feine Kunst der Phrasierung mit dem stimmigen Gespür für Balancen. Dieser Zugang trennt nicht zwischen Schönheit und Tiefe, sondern eines bedingt das Andere. Deshalb wirkt Lars Vogts Spiel immer verhaftet mit den kompositorischen Gedanken. Auch seine Vorliebe für fließende und sangbare Tempi macht diese Einspielungen zu einer wahren Freude. © 2018 Concerti




Guido Krawinkel
Klassik heute, April 2018

Seit vielen Jahren profiliert sich der Pianist Lars Vogt als ebenso produktiver wie ausgezeichneter Pianist: Kammermusik, Orchester und Solo, in allen Sparten tummelt er sich, vereint mitunter das Beste aus den unterschiedlichen Welten. So zumindest wirkt die Aufnahme, die er jetzt mit den Klavierkonzerten Nr. 2 und 4 von Ludwig van Beethoven vorgelegt hat. Zusammen mit seinem Hausorchester, der Royal Northern Sinfonia, bietet er Beethoven mit orchestraler Dramatik und kammermusikalischer Transparenz—ein Glücksfall.

Seit 2015 leitet Vogt „sein“ Orchester als Music Director im nordenglischen Gateshead. Dort residiert man in einem von Stararchitekt Norman Foster entworfenen hypermodernen und ziemlich stylischen Konzerthaus—Attribute, die dieser Aufnahme ziemlich fremd sind. Denn zeitgeistig-stylish ist hier nichts, dafür aber erfrischend normal. Zu hören ist hier nicht nur, dass Solist/Dirigent und Orchester sich prächtig verstehen, hier steht auch kein Star im Vordergrund, sondern einzig Beethovens Musik. Und die wird hier auf so einem so exorbitanten Niveau und so überaus unprätentiös wie geistreich dargeboten, dass das Hören eine große Freude ist.

Vogt erweist sich als ausgefuchster Detailarbeiter, der seinen Anschlag ebenso wie andere Parameter seines Spiel peinlichst genau kontrolliert und dennoch nie pedantisch wirkt. Hier fließt die Musik mit größtmöglicher Freiheit, man ist gewissermaßen im Flow, zieht musikalisch in jeder Hinsicht an einem Strang. Die kammermusikalische Leichtigkeit des zweiten Klavierkonzerts kommt hier ebenso zur Geltung wie das heroische Element des deutlich dramatischeren vierten. Daran hat auch die Royal Northern Sinfonia einen ganz wesentlichen Anteil, nicht nur hinsichtlich der perfekt wie Zahnräder in einer Präzisionsuhr ineinandergreifenden Interaktion mit Vogt, sondern auch durch ihr unaufgeregtes, schlankes und dennoch höchst ausdifferenziertes Klangbild. Pathetischen Orchesterschwulst sucht man hier vergebens, hier wird in höchsten Maße feinnervig musiziert, immer am inneren Gehalt der Musik entlang, mit einem unbestechlichen Blicks aufs Detail aber auch auf das große Ganze. © 2018 Klassik heute





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